Leserbrief zu Modernisierungen in Eckenhaid
Smarte Parkbänke und „Plärrer“ Eckenhaid – Wer braucht denn sowas?
Für 9.000 Euro soll die Gemeinde laut einem im wochenblatt (Ausgabe 2019/44 vom 30. Oktober auf Seite 10) veröffentlichten Antrag drei „smarte“ Parkbänke aufstellen, die mit einem Ladegerät für Smartphones ausgestattet sind. Wer soll denn das brauchen? Wer hat da Bedarf? Wer soll sich da ungefähr eine Stunde oder mehr auf die Bank setzen? Jedes zu Hause über Nacht geladene Smartphone oder auch Handy hält mindestens sechs bis zu 14 Betriebsstunden durch, die Standby-Zeit ist noch deutlich länger.
Und was geht die Gemeinde eigentlich der Ladezustand der Smartphones nachlässiger Bürger an? Hat da schon eine öffentliche Bürger- und Steuerzahlerbefragung stattgefunden? Oder müssen dann eventuell sogar müde Fußgänger die sich auf den Bänken ausruhen möchten, diese verlassen, wenn aufladewillige Smartphonebesitzer ihr Gerät laden möchten? Für nicht einmal 10 Euro kann sich jeder Besitzer eines Smartphones überall eine Powerbank, also einen kleinen, leistungsstarken Zusatz-Akku kaufen, damit kann das Smartphone wesentlich länger benutzt werden. Dabei muss man nicht auf einer Bank sitzen und der Steuerzahler spart 9.000 Euro und eventuelle Folgekosten für Wartung und Instandhaltung. Allerdings muss man eine Powerbank natürlich vorher auch aufladen.
Und nebenbei bemerkt, öffentliches W-LAN gibt es an öffentlichen Orten. Und dort gibt es sicherlich auch Steckdosen, an denen der Smartphonebesitzer sein privates Ladegerät anschließen könnte. Müsste man nur einen Stuhl für die Wartezeit daneben stellen. Kostet fast nichts und hilft im Notfall auch.

Den anderen Vorschlag, ein ebenfalls im wochenblatt veröffentlichter Antrag an die Gemeinde, den Dorfladenvorplatz in Eckenhaid zu verschönern, scheint mir auch nicht sinnvoll. Die Bezeichnung „Plärrer“ und „Zentrum von Eckenhaid“ ist für mich neu und auch sehr an den Haaren herbeigezogen. Es ist halt ein kleiner Ladenvorplatz. Wer bitte von den Eckenhaidern soll sich dort aufhalten, die haben alle einen Garten. Alleine für die Planung sollen schon mal 20.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Mit anderen Worten, die Ausführung der Planung kostet dann ein Vielfaches davon. Soll da der Dorfladen Eckenhaid (vereinsgeführt) auf Gemeindekosten aufgepeppt werden? Wer von den Kunden da verweilen möchte, hat im Laden dazu Gelegenheit, wo es eine Kommunikationsecke mit Sitzgelegenheit geben soll. Diese Maßnahme wäre aus meiner „Steuerzahler-Sicht“ ähnlich sinnvoll wie die „smarten“ Parkbänke.
Ich glaube, für die insgesamt 29.000 Euro, plus vielleicht 100.000 Euro oder mehr für die Ausführung der Verschönerungsarbeiten, gäbe es andere und bessere Verwendungsmöglichkeiten, wenn denn die Gemeinde schon so viel Geld übrighaben sollte.
Hans Wallbrecht