Ein Leserbrief zum Gloss'n Hans
Gloss‘n Hans polarisiert
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit ca. 2 Jahren lese ich regelmäßig das Wochenblatt, obwohl ich nicht im Verteilungsgebiet wohne. Eine Nachbarin bringt es mir netterweise jede Woche mit.
Ich schätze das Wochenblatt sehr, doch die Beiträge vom „Gloss’n Hans“ habe ich mir schon seit langem vorgenommen, nicht mehr zu lesen. Wen interessiert es, was ein mittelmäßig gebildeter Bürger für eine Lebensphilosophie hat oder welche er nicht hat? Die zum Teil ethisch sehr fraglichen Kommentare sind weder witzig, noch regen sie zum Nachdenken an – sie sind einfach nur zynisch, überheblich, abwertend, selbstgerecht und machen mich fast jedes Mal wütend. Doch seinen Beitrag „Krawall 4 future“ in der letzten Ausgabe, den ich aufgrund der Überschrift leider doch mal wieder gelesen habe, hat das Fass jetzt zum Überlaufen gebracht, und ich kann nicht anders, als darauf zu antworten.

Was will er denn mit seinem Zynismus erreichen?! Die breite Masse in ihrer verantwortungslosen und gleichgültigen Lebenseinstellung bestätigen? Seine Verachtung Menschen gegenüber kund tun, die sich Gedanken um die Zukunft aller machen und aktiv werden, um eine Veränderung zum Positiven zu erreichen?
Ist es nicht positiv zu sehen, dass so viele junge Menschen die Initiative ergreifen und die Gesellschaft wachrütteln, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen? Wie kann man das so abfällig als „Hype“ bezeichnen? Es geht hier schlichtweg um ihre Existenz! Was ist bitte „übertrieben“ daran, um unsere aller Lebensgrundlage zu kämpfen, die zusehends zerstört wird, und zwar von Menschen, die die Katastrophe aufgrund ihres Alters wahrscheinlich gar nicht mehr miterleben werden? Ist es nicht erfreulich, dass durch die vielen Demonstrationen schon so viele Menschen zum Umdenken gebracht wurden? Sie als „Mitläufer“ abzuwerten, nur weil sie sich früher einmal anders verhalten haben, ist wohl alles andere zielführend.

Dem Fass den Boden ausgeschlagen hat der „Gloss’n Hans“ dann mit seiner Bemerkung, dass sich Greta Thunberg und ihre Anhänger nicht zu wundern bräuchten, wenn ihnen Hass entgegenschlägt! Habe ich das richtig verstanden? – Klima- und Umweltschützer sind undemokratisch und kompromisslos? Die handeln also nur aus purem Eigennutz? Mit ihrem Verhalten zwingen sie also ihre sonst so friedlichen und demokratisch denkenden Gegner regelrecht dazu, diese verabscheuungswürdige Hetzreden zu verfassen?

Mit freundlichen Grüßen
Steffi Negele