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Der Gloss'n Hans
Nie mehr nach New York
Sie wer’n lachen, aber wie soll man jemals noch „verrückt sein und aus allen Zwängen flieh’n“ so wie im Udo-Jürgens-Evergreen „Ich war noch niemals in New York“? Das Lied wurde vor 10 Jahren von den Sportfreunden Stiller gecovert und war titelgebend für ein Musical, das jahrelang die Hallen füllte. In Kürze kommt eine Komödie mit dem gleichen Titel in die Kinos, mit Katharina Thalbach, Heike Makatsch und Moritz Bleibtreu.

Das Lied handelt von einem, der sich überlegte, alles hinter sich zu lassen, und zwar „als er draußen auf der Straße stand“. Da fiel ihm nämlich ein, dass er fast alles bei sich trug: Den Pass, die Eurocard und etwas Geld. Und dass er noch niemals in New York war, nie auf Hawaii oder in San Francisco. Vielleicht ging sogar heute abend noch ein Flug?

Schließlich aber ging er wieder heim, durchs neonhelle Treppenhaus, in dem es nach Bohnerwachs und Spießigkeit roch. Zum Glück für seine Frau und die Tochter, möchte man hoffen. Wir wollen mal annehmen, dass er ein liebevoller Familienvater war.

Allerdings zu einer Zeit, in der es in neonhellen Treppenhäusern noch nach Bohnerwachs roch. Anfang der 1980er Jahre beurteilte man die Frage, ob „heute abend noch ein Flug“, geht, anders als in Zeiten von Fridays for Future. Und vor allem: Er wollte damals nach dem Abendessen „noch eben Zigaretten holen geh’n“. Das macht heute kein Mensch mehr. Zumindest nicht als fürsorglicher Familienvater.

Wie soll man heute noch in Versuchung kommen, aus- und alle Brücken hinter sich abzubrechen? Es gibt ja nicht mal mehr plausible Ausreden, mal eben die Wohnung zu verlassen. Good Bye, New York.
Ihr Gloss’n Hans
 
Krawall 4 future
Sie wer’n lachen, aber für die Anliegen junger Klima-Aktivisten habe ich großes Verständnis, denn sie entdecken ein wichtiges Thema für sich und machen auf schlimme Versäumnisse aufmerksam. Auch radikale Forderungen muss man ernst nehmen: Gegenargumente, warum man sie nicht gleich erfüllen will, muss man mindestens erklären oder – noch besser – hinterfragen.

Hinterfragen darf man aber, wenn daraus ein Hype entsteht, wie bei jedem Hype (kurz für engl. hyperbole, Übertreibung).

Plötzlich sind alle „4 future“. Nicht nur solche, die schon immer gesagt haben, dass es so nicht weitergehen kann, sondern auch viele aus einer bisherigen Mehrheit, die vor 20 Jahren alle abgewählt hätten, die das Wirtschaftswachstum geopfert hätten. 1999 war das Drei-Liter-Auto ein katastrophaler Flop, 1999 hat man die Ökosteuer für Strom und Mineralöl eingeführt, aber Großunternehmen geschont. Das war Demokratie, das war Angebot und Nachfrage.

Der Konflikt der Interessen verläuft nicht zwischen braven Bürgern und „denen da oben“, sondern mitten durch die (bürgerliche) Gesellschaft. Deswegen braucht man sich auch nicht wundern, wenn einer Gallionsfigur Greta in sozialen Medien dummer, verabscheuungswürdiger Hass entgegenschlägt. Der zielt in Wirklichkeit nicht auf sie, sondern auf die Mitläufer hinter ihr. So wie die überhebliche Verachtung radikaler Klimaschützer im Kern nicht auf Politik zielt, sondern auf Mitmenschen, Nachbarn, Kollegen…

Umweltschutz war bisher meistens friedlich und demokratisch, kompromisslose Hardliner standen eher am anderen Rand der Gesellschaft. Bisher.
Ihr Gloss’n Hans



 
 
 
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