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Der Gloss'n Hans
Badewannenmärchen
Sie wer’n lachen, aber: Es war einmal… ein Workshop für Kinder und Jugendliche. „150 Badewannen voll Wasser verbraucht man für 1 kg Rindfleisch“ erzählte man da und ließ es auch gleich stolz in die Zeitung schreiben.

Dem Geografen John Anthony Alla ging es beim „virtuellen Wasser“ um die Verteilung in wasserarmen Weltregionen: Weil etwa im trockenen Nahen Osten Wasser in landwirtschaftliche Produkte „eingebettet“ importiert werden kann, sind Kriege um Wasserressourcen vermeidbar. Deutschland importiert (unter anderem mit Südfrüchten und Gemüse aus künstlicher Bewässerung im Süden) 50 % mehr virtuelles Wasser, als es exportiert.

Laut UNESCO stecken in 1 kg Rindfleisch 15.415 Liter virtuelles Wasser, allerdings mit großen regionalen Unterschieden zwischen 100.000 (Weidehaltung in Äthiopien) und 4.000 (Intensivhaltung in den USA), in Deutschland zwischen 12.230 (Weidehaltung) und 6.000 Liter (intensiv). Davon sind 93,5 % Niederschläge. Ziehen wir die ab, verbleiben von den 6000 nur 390 Liter. Da waren’s nur noch drei (Wannen).

Aber dürfen wir in Deutschland das Regenwasser vom „verbrauchten“ Wasser abziehen? Laut Institut für ökologische Wirtschaftsforschung IÖW ist Wasserknappheit ein lokales Problem, die Niederschläge auf Wiesen sind nicht „verbraucht“ . Man könnte höchstens auf geeigneten Flächen statt Futter pflanzliche Lebensmittel erzeugen für übersättigte Billig-Märkte.

Keine Tiere essen zu wollen ist sehr löblich. Schade, wenn Badewannenmärchen gute Argumente unglaubwürdig machen. Dann „verbraucht“ ein Hektar Blühwiese in Südbayern jährlich mehr als 100.000 Badewannen Wasser.
Ihr Gloss’n Hans
 
Sicher ist sicher
Sie wer’n lachen, aber man muss Gefahren nicht herausfordern. Man kann sie meiden, man kann sich schützen.

So wie neulich eine Frau mit zwei Kindern beim Bardentreffen beim Auftritt des Rappers Eko Fresh. So ein Geräppe (wer’s mag) braucht natürlich taffe Beats und satte Bässe.

Die mutmaßliche Mutter jedenfalls schob sich und ihre Kinder direkt vor die Bühne, mitten unter die härtesten Fans, wo es am lautesten ist. Die armen Kinder? Aber nein: Alle drei trugen Kapselgehörschutz wie Bauarbeiter am Presslufthammer. Erst dachte ich noch: Wenn’s mir wo zu laut ist, geh ich halt zur Seite oder nach hinten. Aber man lernt ja dazu: Im Handel gibt es eine Vielzahl an Gehörschutzlösungen für Konzertbesucher.

Ist das die Zukunft? Konzertveranstalter schaffen tonnenweise laute Technik heran, und dann halten sich auf und vor der Bühne alle Anwesenden den Krach mit Ohrenschützern vom Leib? Das ist wie Duschen mit Regenponcho, um die Haut zu schonen. Oder wie Grillen mit Aluschale und Zucchini: Eigentlich eine Gemüsepfanne, aber den romantisierenden Männern zuliebe mit einer Art Feuerstelle. Wann werden die ersten Brennereien alkoholfreien Schnaps anbieten? Obwohl: In österreichischen Skihütten ist man schon nah dran.

Das bringt mich auf eine zukunftsweisende Lösung für den neuen Berliner Flughafen: Wir machen einen Bahnhof draus! Der unterirdische Gleisanschluss ist schon fertig. Da fahren zwar gerade keine Züge, aber das ist in den Bahnhöfen Eschenau und Forth ja auch oft so. Bahnfahren erzeugt weniger CO2 als Fliegen, und Nichtbahnfahren noch viel weniger. Einsteigen bitte!
Ihr Gloss’n Hans

 
 
 
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