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Mittwoch, 24. April 2019
 
 
 
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Der Gloss'n Hans
Mensch ohne Maß
Sie wer’n lachen, aber ich will keine Touristen sehen. Wenn ich in Urlaub fahre, dann an authentische, unverfälschte Reiseziele. Wo man das Ursprüngliche vorfindet, sich unbemerkt unter die Einheimischen mischen kann, die so leben, als wäre man gar nicht da. Halt dorthin, wo nicht lauter blöde Touristen sind.

Aber seien wir ehrlich: Ich bin ja selber Tourist. Wären die anderen nicht schon dagewesen, dann hätten die Einheimischen keine Unterkunft und keine Lokale für mich, keine verständlichen Wegweiser, Flughäfen und Parkplätze, das ganze Tourismuszeugs halt. Der Tourist, der sich über Tourismus aufregt, ist paradox.

Genau wie der Mensch, der sich über Artenrückgang aufregt. Das Problem ist er selber, weil Zivilisation seit Jahrtausenden vor allem das Zurückdrängen der Natur und der „unnützen“ Arten ist. Früher war das überlebenswichtig, nur so konnte man Krankheit und Tod durch Hunger und Kälte aus dem Alltag verbannen. Das ist längst geschafft, trotzdem machen wir weiter, inzwischen für mehr Komfort und Gewinn und… ja, wofür eigentlich?

Im Tourismus hat man erkannt, was Übermaß anrichtet. Wer ist schuld – Einheimischer oder Tourist? Wo ursprüngliche Kultur und Natur ausgerottet ist durch anonyme Touristenströme und beliebig austauschbare Atmosphäre, kämpft man wieder um Authentizität. Es gibt „sanften Tourismus“, der Maß hält und Rücksicht nimmt.

Beim Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen müssen wir das noch lernen. „Das Maß macht die Medizin“, wussten Paracelsus und Isidor von Sevilla schon im Mittelalter. Damals war die Welt noch nicht in Ordnung, heute ist sie es nicht mehr.
Ihr Gloss’n Hans

 
Mehrwegwert
Sie wer’n lachen, aber mein Pfand ist weg. Wenn Sie im Supermarktregal Pfandbons finden: Viel Freude damit!

Manchmal stecke ich den Pfandbon aus dem Automaten gleich in den Geldbeutel, damit er nicht abhanden kommt. Dann vergess’ ich ihn an der Kasse rauszuholen, und bis er wieder auftaucht, ist er unleserlich und wertlos. Deshalb behalte ich ihn meistens in der Hand, so dass ich ihn an der Kasse parat habe. Dann verschwindet er spurlos beim gedankenverlorenen Hantieren zwischen Obstkisten, Kühlregal und Einkaufswagen.

Beim Finder kann ich den Wert natürlich nicht einfordern. Zwar dürfte oft mein Einkaufszettel danebenliegen, aber der ist genauso anonym. Man könnte höchstens anhand der Listen auf mein Verbraucherprofil schließen. Kleiner Tipp: Wenn lauter Fertiggerichte auf dem Zettel stehen, ist es doch nicht meiner.

Oder man könnte die Listen von Algorithmen auswerten und zuordnen lassen. Andere machen das so: Neulich hab ich aus Neugier einen schottischen Whisky-Experten gegoogelt, der im wochenblatt aufgetaucht ist. Ansonsten hab ich mit dem Thema nicht viel am Hut. Und siehe da: Beim nächsten Besuch auf Facebook läuft schon der Werbefilm von Jack Daniels, mit dem ich noch viel weniger am Hut hab. Hut ab vor so viel Performanz.

Fehlt nur noch der Anschluss an Amazon. Aber auf den Ärger, den neulich Amazon-Kunden in der Tageszeitung beschrieben haben, hab ich keine Lust. Die bekamen unaufgefordert ’zig Pakete mit fabrikneuer Unterwäsche, vermutlich als billige Entsorgung von Retouren. Selber schuld. Da pfeif ich lieber aufs Pfand.
Ihr Gloss’n Hans

 
 
 
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