Leserbrief…
… zu dem Polizeibericht „Kirschen waren zu verführerisch“ (KW 26)
Die wochenblatt-Leserin Stephanie Hahnenkamm stammt ursprünglich aus Kalchreuth und ist trotz ihres beruflich bedingten Umzugs auch heute noch immer wieder zu Besuch. Grund für ihren Leserbrief ihre Vermutung, dass vielen Leuten die Lage gar nicht richtig bewusst ist. Kirschbauern kämpfen, genau wie die Knoblauchsländer Bauern, seit Jahren mit den immer häufiger und heftiger werdenden Fällen von Diebstahl.

Die Kalchreuther Kirschgärten sind zwar nicht eingezäunt, aber alle in Privatbesitz (z.T. durch Schilder erkennbar). Der landläufige Irrglaube, eine Handvoll wäre nur „Mundraub“ und nicht strafbar, ist schlichtweg falsch, da es das entsprechende Gesetz seit 1975 nicht mehr gibt und somit jegliches unerlaubtes Entwenden von Obst aus den Gärten Diebstahl ist.
Kein Kirschbauer sagt etwas, wenn jemand fragt, ob er/sie/Kinder ein paar Kirschen pflücken dürfen. Dann wird oft an Bäume verwiesen, deren Kirschen reif sind und bei denen die Wartezeit des Spritzmittels vorbei ist. Das ist allerdings noch lange keine Freikarte für das Pflücken größerer Mengen, schon gar nicht in Tüten, Körbe oder sonstige Transportbehälter.
Da letzteres jedoch zusammen mit dem Abreißen von Ästen stetig zunimmt und den Kirschbauern z.T. große finanzielle Schäden verursacht (einmal gepflückt/abgerissen wächst über die Saison nichts mehr nach), verstehe ich, dass diese nicht mehr länger nur zusehen wollen.
Oder würden Sie entspannt daneben stehen und sogar noch Tüten reichen, wenn in Ihrem eigenen Garten plötzlich unerlaubt fremde Leute stehen und einfach Ihre Tomaten/Gurken/Kräuter von den Pflanzen reißen und mitnehmen?
Stephanie Hahnenkammg