Schiene oder nicht Schiene?
Arbeitssitzung An dem „landkreisübergreifenden interkommunalen Bündnis Ostast StUB“ (LIBOS) beteiligen sich die 14 Kommunen Erlangen, Buckenhof, Spardorf, Marloffstein, Uttenreuth, Dormitz, Hetzles, Neunkirchen am Brand, Kleinsendelbach, Eckental, Igensdorf, Weißenohe, Gräfenberg und Heroldsberg.

Im Bild: Nach einer Arbeitssitzung am Dienstag vergangener Woche stellten sich für das Titelbild Wolfgang Hirschmann (3. Bgm. Uttenreuth), Josef Weber (Referent Planen und Bauen Erlangen), Ilse Dölle (1. Bgm. Eckental), Hans-Jürgen Nekolla (1. Bgm. Gräfenberg), Georg Förster (1. Bgm. Buckenhof und LIBOS-Sprecher), Daniel Große-Verspohl (Geschäftsleiter ZV StUB), Birgit Herbst (1. Bgm. Spardorf), Annette Mandry (Verkehrsplanung VGN), Georg Regenfus (2. Bgm. Hetzles), Melanie Engler (VGN), Reinhard Horlamus (2. Bgm. Uttenreuth), Dr. Martin Arnold (intraplan Verkehrsplanung) und Eduard Walz (1. Bgm. Marloffstein) auf der Treppe des Buckenhofer Rathauses zusammen.

Neues Bewertungsergebnis nicht sicher, aber möglich
Im Rahmen der Sitzung berichtete Dr. Martin Arnold von intraplan von den Ergebnissen einer Voruntersuchung, die LIBOS Ende 2018 in Auftrag gegeben hatte. Diese Voruntersuchung sollte klären, ob die aktuelle Datenlage im Vergleich zu den Zahlen von 2012 die Beauftragung einer neuen Nutzen-Kosten-Untersuchung rechtfertigt.
Seine gutachterliche Einschätzung: Aufgrund von Strukturentwicklung (teilweise höhere Einwohnerzahlen), ÖPNV-Angebot und ÖPNV-Nutzung, zunehmenden Verkehrsbedürfnissen und geänderten Bewertungsverfahren könnte sich das Bewertungsergebnis verbessern. Vorsichtig ausgedrückt sieht er „die Möglichkeit“ dass eine neue Nutzen-Kosten-Untersuchung ein positives Bewertungsergebnis für einen Ostast ergibt.
Georg Förster betonte, dass man den Ostast nicht für sich alleine betrachten dürfe, sondern nur mit der StUB Nürnberg-Erlangen-Herzogenaurach, bei der man bereits am Linienverlauf arbeitet. Angesichts von Verkehrsbelastung, politischem Klima zum Thema Klimawandel, Qualität von Schienenverkehr und Effekten von und für die Gräfenbergbahn müsse man die Zeit nutzen, um durch weitere Untersuchungen und Entscheidungsfindungen nicht die Fortschritte beim „L-Ast“ zu behindern. „Trotz des Konjunktivs“ in der Einschätzung sieht auch Birgit Herbst eine klare Richtung: „Das ist genau der richtige Weg für uns alle“. Annette Mandry und Daniel Große-Verspohl mahnten, dass man die Verknüpfung von L-Ast und Ost-Ast angesichts der Ergebnisse neu überdenken sollte und Josef Weber betonte, dass man das verkehrliche Thema im Osten aus Sicht der Stadt Erlangen lösen müsse: „Die Türen stehen offen, man muss nur durchgehen“.

Weitergehende Untersuchung einstimmig beschlossen
Für alle acht Kommunen stimmten deren Vertreter für den nächsten Schritt in Form einer neuen Nutzen-Kosten-Untersuchung. Diese kostet nach der bereits vorgestellten Voruntersuchung für 22.000 Euro netto weitere 38.000 Euro netto. Die Hälfte der Gesamtsumme von 60.000 Euro trägt der Zweckverband VGN, die andere Hälfte verteilt sich auf die beteiligten Kommunen.

Nächste Arbeitssitzung mit Umweltminister
Bei der nächsten Sitzung am 24. Juli in Uttenreuth wollen die LIBOS-Mitglieder auch den bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber überzeugen. Sie hoffen auf eine neue politische Bewertung auch aufgrund der aktuellen Stimmung rund um die Klimadebatten.