Kalchreuth bleibt bei StUB skeptisch

 Herbert Saft, Michael Schölkopf und Udo Stammberger Einen Tag nach der Arbeitssitzung des „landkreisübergreifenden interkommunalen Bündnis Ostast StUB“ (LIBOS) trafen sich in Kalchreuth Herbert Saft (1. Bürgermeister in Kalchreuth), Michael Schölkopf (Marktgemeinderat in Eckental) und Udo Stammberger (2. Bürgermeister in Heroldsberg) zum Thema StUB und Nahverkehr.

Im Bild: Herbert Saft, Michael Schölkopf und Udo Stammberger verweisen auf das erheblich von 4 Mio. auf 6 Mio. Fahrkilometer ausgeweitete Busnetz mit kürzerer Taktung und kürzeren Fahrzeiten.

 

Während Herbert Saft als Erster Bürgermeister der Gemeinde auch Kalchreuth vertritt, sprechen Schölkopf und Stammberger für die Freien Wähler in den Gemeinderäten und im Landkreis ERH. Sie erinnern an den Bürgerentscheid gegen eine Beteiligung des Landkreises im Jahr 2015, der zwar nur ein Jahr rechtlich binde, aber dennoch eine moralische Verpflichtung darstelle. Wenn man nach wenigen Jahren die Bewertung des StUB-Ostastes neu vornehme, dann müsse auch die 12 Jahre zurückliegende Beurteilung einer Umgehungsstraße für Uttenreuth und Buckenhof neu bewertet werden.

Zwischenzeitlich sei das Busangebot hervorragend optimiert, ausgebaut und erfolgreich umgesetzt worden. Der Bau einer StUB würde auf Kosten der Busverbindungen gehen und sei angesichts anderer innovativer Mobilitätsangebote nicht mehr zeitgemäß, so Michael Schölkopf. Ein Straßenbahnverkehr und die Bauarbeiten für diesen seien auf der bestehenden Straße durch Buckenhof praktisch nicht darstellbar. „Wir gehen mit, wenn sich ein StUB-Ostast als beste Lösung herausstellt – aber seriös untersucht und nicht schöngerechnet“, betont Herbert Saft.

Klärungsbedarf zu StUB-Studie, ÖPNV und Radweg nach Nürnberg
Der Kalchreuther Bürgermeister sieht erhebliche Defizite in der  ÖPNV-Anbindung nach Nürnberg, und zwar nach Nürnberg Buch und zum neuen Verkehrsknotenpunkt „Am Wegfeld“. In diese Richtung fahren täglich 8.300 Autos durch Kalchreuth, hier könnte eine Busverbindung optimal entlasten. Allerdings nicht erst ab Kalchreuth, was die Linie für Pendler aus dem Raum Eckental unattraktiver machen würde, sondern gleich ab Eschenau und über Heroldsberg. Denn über eine solche Linie könnten Pendler und Berufsschüler optimal vom Nürnberger Nordwesten Richtung Nürnberg, Erlangen und auch Herzogenaurach gelangen. Einen entsprechenden Antrag wollen die Freien Wähler Eckental, Heroldsberg und Kalchreuth daher nun auch in den Kreistag einbringen.

Udo Stammberger verweist zudem auf die fehlende Radwegverbindung von Heroldsberg entlang der B2 nach Nürnberg. Die 2014 begonnenen Planungen seien ins Stocken gekommen. Das Radwegenetz ist gut ausgebaut im wochenblatt-Land, nur von Heroldsberg ins nahe Nürnberg-Schafhof nicht – eine Strecke, die viele gerne lieber mit dem Rad zurücklegen würden als mit dem Auto. Unverständlicherweise hätten die Planer an einem neuen, teuren und langwierigen Brückenneubau über die Autobahn gearbeitet, während eine bestehende Forstwegbrücke mit weniger als einem Kilometer Umweg eine problemlose Verbindung ermöglichen würde.