Betagte Gebäude
Freilandmuseum Das Bauernhaus aus Unterlindelbach wurde nach Jahresringdatierung 1696 erbaut und gemäß einer Inschrift 1778 umgebaut. Nach dem sorgfältigen Abbau 2005 und 2006 haben es die Fachleute des Fränkischen Freilandmuseums in Bad Windsheim ab 2009 in der „Baugruppe Regnitzfranken-Frankenalb“ wieder aufgebaut. Im Herbst 2013 wurde es mit großer Beteiligung aus Igensdorf – unter anderem mit dem Musik- und Trachtenverein – für den Publikumsverkehr geöffnet mit den Themen Kirschenanbau, Wärmedämmung mittels Ziegelvormauerung und ins Haus integriertem Rinderstall.

Im Bild: Im Fränkischen Freilandmuseum: Rechts das Bauernhaus aus Unterlindelbach, links ein Hopfenbauernhaus aus Eschenbach mit Stadel, dazwischen soll die Scheune wieder erstehen (Foto und kleines Foto Titelseite: Fränkisches Freilandmuseum, Ute Rauschenbach).

Schulungs-Scheune aus Unterlindelbach
Normalerweise ist man bestrebt, Baudenkmäler bevorzugt am Ort zu erhalten, erklärt Kunsthistorikerin und Pressesprecherin Ute Rauschenbach. Die in Unterlindelbach verbliebene Scheune steht aber nicht unter Einzeldenkmalschutz. Eine „Ganzteil-Translozierung“, also die Versetzung von kompletten Wandelementen, ist wegen der Bauweise – Verbretterung von drei Seiten und nur eine Seite mit Gefachen – nicht sinnvoll. Dafür will man den kompletten Ab- und Wiederaufbau für ein museumspädagogisches Projekt nutzen.
Die Teile der Scheune sollen nicht lange eingelagert werden, sondern voraussichtlich ab Herbst 2019 als Berufsschul-Lehrprojekt für Fachklassen der Zimmerleute wieder zusammengesetzt werden. Auf diese Weise  kann die Scheune doch noch wertvolle Dienste leisten. Der „Bauplatz“ ist schon vorbereitet: Wie am Originalstandort in Unterlindelbach werden Bauernhaus und Scheune wieder direkt nebeneinander in L-Form angeordnet. Das wochenblatt wird rechtzeitig zur Fertigstellung und Einweihung berichten.

„Museum unter blauem Himmel“
Ein Rundgang durch das Fränkische Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim ist wie eine Zeitreise durch 700 Jahre fränkische Alltagsgeschichte: Über 120 Gebäude, Bauernhöfe, Handwerkerhäuser, Mühlen, Schäfereien, Brauereien, Amtshaus, Schulhaus und Adelsschlösschen, Scheunen, Ställe, Back- und Dörrhäuschen laden ein zur Entdeckungsreise in die Vergangenheit. Sie vermitteln, wie die ländliche Bevölkerung in Franken früher gelebt, gebaut und gearbeitet hat.
Die Häuser stehen in sechs Baugruppen, die nach Regionen und Themen angeordnet sind. Die Nutzgärten der Häuser, die Felder, Hecken und Wiesen, Hopfen- und Weinbauflächen sowie zahlreiche Wasserläufe sind der alten fränkischen Kulturlandschaft nachempfunden.
Dazu werden wechselnde Sonderausstellungen, Konzerte, Vorträge, Theater, Handwerkervorführungen und Museumsfeste veranstaltet: Der historische Jahrmarkt von Himmelfahrt bis Pfingsten, das Kinderfest am 1. und 2. Juni, die Museumsnacht am 22. Juni und der Tag der Volksmusik am 30. Juni, das Freilandtheater im Juli und August, Sommer- und Herbstfest, die Mittelaltertage vom 3. bis 6. Oktober bieten Unterhaltung und Information zugleich. Reichhaltig ist auch das museumspädagogische Angebot für alle Altersgruppen und Schulklassen, und in vier historischen Wirtshäusern können sich Museumsbesucher mit fränkischen Spezialitäten stärken. Der Eintritt kostet pro Person 7 € (ermäßigt 6 €, Familien 17 €, Teilfamilien 8,50 €), geöffnet ist das Gelände bis 26. Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr (von 27. Oktober bis 15. Dezember verkürzt, montags geschlossen).
www.freilandmuseum.de
Letzte Aktualisierung ( Montag, 3. Juni 2019 )