Lust auf Busfahren

BusfahrenÖffentlicher Nahverkehr im Landkreis ERH wird attraktiver
Ab 1. Dezember wird das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Landkreis Erlangen-Höchstadt deutlich verbessert. Auch für den östlichen Landkreis und somit im wochenblatt-Land sind Verbesserungen auf den Weg gebracht.

Im Bild: Landrat Alexander Tritthart präsentierte die erheblichen Verbesserungen bei den Bus-Angeboten gleich im nagelneuen Niederflurbus mit Klapprampe und BayernWLAN für die Presse.

 
Das Herzstück des flächendeckenden ÖPNV sind neben der Gräfenbergbahn Richtung Nürnberg die 45 landkreisweit Buslinien im VGN-Verbund. Auf diesen Linien werden statt den bisherigen 4,1 Mio. künftig 6 Mio. Fahrplankilometer pro Jahr gefahren, wie Landrat Alexander Tritthart bei der Vorstellung des neuen Konzeptes erläuterte.

Schnellbuslinie von Eckental Richtung Erlangen
Von Eckental nach Erlangen gibt es künftig eine neue Linie: den Expressbus 209E. Zu Pendlerzeiten verstärkt er die bestehende Linie 209, fährt aber im Gegensatz zu dieser nicht über Neunkirchen am Brand. Somit bietet die neue Expresslinie vor allem Berufstätigen mit weniger Haltestellen kürzere Fahrtzeiten.
Die Linie 344 von Großbellhofen über Eckenhaid und Eschenau nach Lauf fährt künftig häufiger und verbindet so die Landkreise Nürnberger Land und Erlangen-Höchstadt besser. Sie kann so die gestiegenen Schüler- und Pendlerzahlen über die Landkreisgrenzen hinaus besser bedienen. Außerdem ist die Linie auf die Zuganschlüsse in Lauf links der Pegnitz, Lauf rechts der Pegnitz und Eschenau abgestimmt. In den Schwachverkehrszeiten am Abend und am Wochenende wird ein Rufbus-Angebot auf dieser Linie angeboten.
Für die Linie 213 von Forth nach Eschenau sieht das neue Konzept vor, den Takt zu verdichten und das Ärztehaus in Eschenau sowie das Seniorenzentrum in Forth anzufahren.

Bessere Verbindungen für Heroldsberg und Kalchreuth
Auch die Verbindungen von Heroldsberg und Kalchreuth werden mit dem neuen Konzept ausgebaut. Die Linie 210 von Heroldsberg und Kalchreuth nach Erlangen wird deutlich aufgestockt: An Wochentagen fährt sie von sechs bis 19 Uhr künftig stündlich. In den Nebenverkehrszeiten und am Wochenende fährt ein Rufbus auf der Linie. Verbesserungen gibt es auch bei der Buslinie 212 (Nürnberg Herrnhütte – Heroldsberg – Eschenau – Gräfenberg): Sie fährt ab Dezember 2018 zu den Zeiten, zu denen die Gräfenbergbahn noch nicht beziehungsweise nicht mehr fährt. Außerdem wird es für Nachtschwärmer zusätzliche Verbindungen in den Nächten von Freitag auf Samstag beziehungsweise Samstag auf Sonntag geben.

Nagelneue Niederflurbusse mit WLAN
Neue, einheitlich in weiß und gelb gestaltete Niederflur-Busse mit der neuesten Abgas-Norm EURO VI zum Einsatz mit Freifläche für Rollstühle, Kinderwägen und Fahrräder sowie Klapprampe für barrierefreien Einstieg. Auch mit BayernWLAN werden die Busse nach und nach ausgestattet sein, was in 20 neuen Bussen auf den Linien im Aischgrund bereits mit 20.000 Zugriffen pro Monat sehr rege genutzt wird. Dafür haben die Busunternehmen massiv investiert, wie Werner Vogel vom gleichnamigen Omnibusbetrieb in Höchstadt erläutert: Mehr als 200.000 Euro kostet ein neuer Bus in der Anschaffung, ein Gelenkbus mehr als 300.000 Euro. Sein Unternehmen teilt sich die Linienbündel im westlichen Landkreis mit dem OVF, im östlichen Landkreis ERH und im Landkreis Forchheim fährt die Schmetterling Reise- und Verkehrs-Logistik GmbH aus Obertrubach.

Durch die Bündelung der Linien im westlichen Landkreis ist es möglich, auch weniger genutzte mit zu bedienen, erläutert Landrat Alexander Tritthart, im Sinne gleicher Lebensverhältnisse in kleineren und großen Gemeinden.

Weniger PKW, weniger Kohlendioxid
Ziel des neuen Konzeptes ist eine Verringerung des PKW-Aufkommens und damit des CO2-Ausstoßes. Im Nahverkehrsplan 2013 Landkreises ERH der VGN GmbH wurde vor fünf Jahren der Anteil des motorisierten Individualverkehrs mit mehr als der Hälfte des Gesamtaufkommens beziffert, der Anteil der öffentlichen Verkehrsmittel waren dagegen nur mit 6 %. Für das Jahr 2020 und das Jahr 2030 wurden folgende Ziele formuliert:

 Verkehrsmittel      2012     
     2020     
     2030     
 motorisierter Individualverkehr  
 51,0 % 48,0 % 45,5 %
 PKW-Mitfahrer 17,0 % 19,0 % 21,0 %
 Öffentliche Verkehrsmittel
  6,0 % 6,5 % 7,0 %
 Rad 7,0 % 7,5 % 8,0 %
 Fuß 19,0 %   19,0 % 19,5 %

Diese Reduktion des motorisierten Individualverkehrs um 11 % bis 2030 mit 24 % mehr Mitfahrern und 17 % mehr Fahrgästen im ÖPNV soll eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes von 38 % bewirken. Ein konkretes Ziel für das neue Konzept und die Kampagne habe man nicht definiert, so der Landrat: So viele wie möglich will man erreichen und zum Umsteigen bewegen, stimmte Busunternehmer Werner Vogel zu. Das Potenzial wäre da – alleine der Markt Eckental zählte mit täglich 4.497 Beschäftigten im Jahr 2012 zu den auspendlerstärksten Gemeinden im Landkreis.

Bei den für 10 Jahre gültigen Ausschreibungen und Vereinbarungen zwischen Landkreis und Busunternehmen wurde bewusst keine Antriebsart festgelegt, erläutert Landrat Alexander Tritthart. Weil  die Busse im Landkreis längere Strecken zurücklegen müssen als im Stadtverkehr, sind die neuen Busse mit modernen Dieselmotoren mit höchsten Abgas-Standards ausgerüstet. Sollte während der nächsten 10 Jahre die technologische Entwicklung den auch wirtschaftlich sinnvollen Einsatz von Elektroantrieben möglich machen, könne man jederzeit umsteigen.

Internetkampagne soll Busfahren bekanntmachen
Für ein begleitendes Marketingkonzept wurden auf Antrag der CSU-Fraktion 40.000 Euro in den Landkreishaushalt 2018 eingestellt. Die Ergebnisse präsentierte die beauftragte Kontext public relations GmbH aus Fürth am Dienstag vergangener Woche in einem Bus vor dem neuen Landratsamt. Als gute Gründe fürs Busfahren hat man drei Kernaussagen entwickelt: Busfahren verbindet (Menschen und die Region), Busfahren schont (Umwelt, Geldbeutel und Anlieger von Hauptverkehrsstraßen) und Busfahren entspannt (Nerven von Pendlern, aber auch den Verkehr). Schließlich ersetze ein Bus im Schnitt 30 Autos. Drei Monate lang soll die Kampagne die Bekanntheit erhöhen, das Image verbessern und mehr Fahrgäste in die Busse locken. Kern ist ein Internetauftritt mit zunächst drei animierten Bildergeschichten im Comic-Stil, die am Bildschirm (Smartphone, PC oder im Bus installiert) gute Gründe fürs Busfahren verdeutlichen. Darüber hinaus werden auf der Homepage auch Argumente für das Busfahren und nützliche Informationen präsentiert.

Ergänzend dazu gibt es Monatsaktionen und Informationspakete für Gemeinden und Firmen, mit einem lächelnden Logo durchgängig gestaltete Werbeartikel wie Taschen und Aufkleber sowie Plakate und Beschriftungen an Bussen und Haltestellen, die auf die Kampagne aufmerksam machen. Die Internetpräsenz findet man unter #busfahren-erh oder unter www.busfahren-erh.de

Surfen lernen im Bus: Einsteigerkurs Tablet und WLAN
Im Rahmen der Kampagne lädt Landrat Alexander Tritthart am Dienstag, 30. Oktober, um 14 Uhr zum Internet-Workshop in einen WLAN-Bus vor dem Rathaus in Eschenau ein.
Der Workshop von C@fe Tablet-Tutorin Boya Marshall richtet sich hauptsächlich an die Generation 50Plus, aber auch Jüngere, die sich für die Themen WLAN und ÖPNV interessieren, sind herzlich eingeladen. Wer ein eigenes iPad hat, kann es gern mitbringen. Der Eintritt ist frei. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt, für die ÖPNV-Kampagne werden während der Veranstaltung Bild- und Filmaufnahmen gemacht
Interessierte können sich bei der Seniorenbeauftragten Anna Maria Preller unter Tel. 09131-8031331 oder per E-Mail an Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können für den Workshop anmelden.

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 23. Oktober 2018 )