Leserbrief zum Thema Hausanstrich
Es gab mal ein Haus in Heroldsberg in der Farbe Terracotta…
Wir, eine Nürnberger Eigentümerfamilie, haben die Fassade unseres Mehrfamilienhauses in Heroldsberg neu gestrichen. Das einzige Ziel war, das Haus zu verschönern. Doch wer hätte gedacht, dass mit diesem Anstrich große Scherereien anfangen.
Wie wir heute – nach einem dreijährigen Rechtsstreit – wissen, sollte man nicht einfach sein Haus streichen, ohne vorher zu eruieren, was bei der Gestaltung gefordert ist. Als unsere Hausfassade so gut wie fertig war, bekamen wir die dringende Aufforderung, das Haus umgehend wieder umzustreichen, da die Farbe nicht angemessen sei.

Es irritierte uns sehr, da wir vor Beginn der Arbeiten zweimal im Rathaus die Genehmigungen für die Gerüstaufstellung ordnungsgemäß beantragt haben. Ein beratender Hinweis, dass die Satzung der Gemeinde bei der Fassadengestaltung zu beachten ist, wäre sehr hilfreich gewesen.
Die Gemeinde Heroldsberg genehmigte die neue Farbe „Cappuccino-Schlamm“. Weiße Laibungen um die Fenster herum wurden nicht bewilligt. Beim Haus schräg gegenüber schien dies gestattet worden sein. Es stellt sich die Frage, ob es sich hier um Willkür handelt.

Wir wissen heute: „Die Farbe soll schön aussehen und darf nicht verunstalten!“ Ebenso muss der Eigentümer Rücksicht auf das Orts- und Landschaftsbild sowie auf seine Nachbarn nehmen. An dieser Stelle informieren wir darüber, dass uns viele Anwohner, Mitarbeiter umliegender Geschäfte sowie vorbeifahrende Pkw-Fahrer bestürzt darauf angesprochen haben, wie es von einem schönen terracotta-farbenen Haus zu diesem cappuccino-schlammfarbenen Anstrich kommen konnte.
Der Zuspruch war eindeutig auf unserer Seite. Zumal das Rathaus in Heroldsberg in seiner Präsenz Modernität ausstrahlt und die Straße durchaus ein modernes Farbbild vertragen kann, ohne dass von einer Verunstaltung die Rede sein könnte.

Wir bedauern sehr, dass wir keine bürgernahe Verwaltung kennengelernt haben, die einer „farbenfrohen und modernen“ Problemlösung zustimmt oder wenigstens ein wenig Kompromissbereitschaft zeigt.
Farbenfrohe Grüße wünscht die Malerfamilie Reinhard Keil