Das neue Landratsamt ERH

zur Galerie Rundum gelungen
Als Ergebnis eines Architekturwettbewerbs mit zunächst 365 Interessenten aus ganz Europa, einer Eingrenzung auf 50 Büros und schließlich 28 eingereichten Wettbewerbsarbeiten fiel im Laufe des Jahres 2012 eine Entscheidung für den Entwurf des Architekturbüros „AllesWirdGut“ aus Wien. Landrat war damals noch Eberhard Irlinger, im März 2014 wurde Alexander Tritthart ins Amt gewählt und übernahm damit auch die Aufgabe, das Projekt fortzuführen. Im März 2015 erhielt er die Baugenehmigung aus den Händen des Erlanger Oberbürgermeisters Florian Janik, noch im Frühjahr folgte der „Erste Spatenstich“.

Mehr Fotos des neuen Landratratsamts finden Sie in der Galerie.


Der Sitzungssaal als demokratisches Zentrum
Nach dreijähriger Bauzeit sagt ein gut gelaunter Alexander Tritthart in seinem künftigen Büro, dass es ihm „eine Ehre ist, dass ich hier einziehen darf“. Weil die wichtigen Entscheidungen noch vom Kreistag der vorherigen Periode getroffen wurden, kann er ohne den Verdacht des Selbstlobes feststellen: Das neue Amt sei sehr gut gelungen.
Zwar nicht räumlich, aber hinsichtlich der Bedeutung sei der neue Sitzungssaal das Zentrum des neuen Amtes, erstmals mit einer gerundeten Parlamentsbestuhlung für die Kreisräte. Hell und modern, trotz zentraler Verkehrslage innen ruhig mit guter Akustik sei der neue Saal ein gewaltiger Sprung nach vorne. Die erste Sitzung soll noch vor der öffentlichen Präsentation und Einweihung am 29. Juni stattfinden.

Zeit- und Kostenplan eingehalten
40 Millionen Euro kostet das Bauprojekt – bei 135.000 Landkreis­einwohnern in 25 Kommunen pro Kopf knapp 300 Euro – und bleibt damit im vorgesehenen Kostenrahmen, wie Kreisbaumeister Thomas Lux erläutert, und auch den Zeitplan konnte man einhalten.
Um ein zentrales, lichtdurchflutetes, fünf Stockwerke hohes Atrium mit Informationsschalter und Glasdach gruppieren sich vier Gebäudeflügel. Zur durchdachten Strukturierung von Gebäude und Amt gehört ein Farbleitsystem, das jedem Flügel eine Farbe zuordnet und so zu den gewünschten Abteilungen führt. Das Leitsystem für Besucher ist bewusst nicht nach Sachbereichen, sondern nach Interesse und Schlagworten gegliedert. Die publikumsintensiven Bereiche wie KFZ-Zulassung, Führerschein oder Ausländerbehörde sind alle im Erdgeschoss angeordnet.

Ergonomische Arbeitsplätze für moderne Verwaltung
Alle Büro- und Besprechungsräume haben Fenster mit Außenbeziehung sowie farblich abgestimmte Akustikpaneelen, die nicht nur die Raumatmosphäre verbessern, sondern bei Bedarf auch als Pinnwand dienen können. Die Bürogrößen orientieren sich mit 12, 18 und 24 Quadratmetern an den Richtlinien für staatliche Ämter, sämtliche Schreibtische sind ergonomisch ideal anzupassen mit elektromotorischer Höhenverstellung bis zur Stehtischhöhe. Druck- und Kopiergeräte stehen nicht in jedem Raum, sondern für jede Abteilung zentral  und mit moderner Steuerung, die gespeicherte Druckaufträge erst nach einem elektronischen Impuls bei Betreten des Raumes ausführt.

Stolz ist der Landrat auf den Katastrophenschutzraum, der in ganz Mittelfranken beispielhaft ist und schon interessierte Fachbesucher aus Dachau und Ravensburg angelockt hat. In Abstimmung mit Feuerwehren, Hilfs- und Rettungsorganisationen wurde der Raum so mit großen Bildschirmen und Tafeln, Datentechnik und Notstromversorgung ausgestattet, dass man im Bedarfsfall von hier aus die Hilfseinsätze koordinieren kann.
Das ganze Haus ist mit W-LAN abgedeckt und zusätzlich ist das Atrium mit freiem BayernWLAN versorgt. Direkt neben dem Atrium hat das Landratsamt nun erstmals einen großen, teilbaren Multifunktionsraum, in dem man auch größere Empfänge, Ehrungen, Ausstellungen oder Konzerte im eigenen Haus durchführen kann.

Radlerduschen und klimaschonende Haustechnik
Von den 210 Parkplätzen in der Tiefgarage werden 40 für Besucher und Dienstfahrzeuge freigehalten, die restlichen Plätze stehen Mitarbeitern zur Verfügung – bevorzugt solchen, die wegen Gehbehinderung oder schwieriger ÖPNV-Anbindung des Wohnortes ein besonders berechtigtes Interesse haben. Für diejenigen, die mit dem Rad zur Arbeit kommen, gibt es auch zwei Duschgelegenheiten.
Im neuen, großen Archiv im Untergeschoss können künftig die Aktenbestände zentral verwaltet werden, die bislang zum Teil beispielsweise in Eckental ausgelagert sind. Ebenfalls im Untergeschoss sind die Server für die EDV untergebracht, deren Abwärme für die Heizung genutzt werden kann. Die Heizung und die Kühlung im gesamten Gebäude erfolgt über die Klima-Decken, zusätzlich verfügen alle Räume über eine kontrollierte Be- und Entlüftung und eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach soll statistisch den Strombedarf für das ganze Gebäude decken.

Neue Telefonnummern, gleiche Mail-Adressen
Neben der Adresse ändern sich auch die Durchwahl-Rufnummern. Seit Montag werden alle eingehenden Anrufe der bisherigen Anschlüsse auf die neue Telefonzentrale umgeleitet. Gleiches gilt für Faxe, die an die alten Nummern eingehen. Die E-Mail-Adressen bleiben gleich, ebenso die zentrale Rufnummer (09131) 803-0. Die neuen Durchwahlnummern sind im Internet zu finden: www.erlangen-hoechstadt.de
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 19. Juli 2018 )