Leserbrief zum Gloss'n Hans: "Lebensüberwachung"
Lieber Gloss’n Hans,

auf Ihre Gloss’n „Lebensüberwachung“ u.a. zum Thema Gewässerbelastung und Wasserbrauch bei der Fleischproduktion möchte ich antworten:
Doch, die Belastung unserer Gewässer ist sehr wohl bedenklich.


„Deutsche Gewässer sind in schlechtem Zustand. In mehr als 93 Prozent der insgesamt 8995 Flüsse leben nicht mehr die Gemeinschaften aus Fischen, Pflanzen und Kleintieren, die man dort eigentlich vorfinden müsste“ – so die Aussage der Bundesregierung vom 27.03.2018 (1).
So etwas müsse man „nicht wörtlich nehmen“, weil sich der Zustand der Gewässer in den letzten 30 Jahren verbessert habe? Seltsame Logik.

Und neue Belastungen sind dazu gekommen:
„Kleinste Plastikpartikel kommen in Deutschland inzwischen nahezu flächendeckend an der Oberfläche von Fließgewässern vor.“ – laut einer bundesweiten Studie der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg vom Januar 2018 (2).
Auch der hohe Wasserverbrauch für Fleischproduktion ist nicht „albern“ (ebenso wenig wie der große Flächenverbrauch). Das Regenwasser kommt eben häufig nicht „wertvoll wieder raus“, sondern spült bei intensiver Landwirtschaft oft überschüssige Nährstoffe (vor allem Phosphate und Nitrate) in die Gewässer. Viele Wasserversorger rechnen schon mit stark steigenden Kosten für die Trinkwasseraufbereitung (3).

Dazu kommt, dass für die intensive Tierhaltung Soja mittlerweile ein zentraler Bestandteil des Futters geworden ist. Und Soja (meist Gensoja!) stammt überwiegend aus Südamerika (4) – wo noch immer Regenwald für Anbauflächen gerodet wird (5).

Solche Meldungen sollte man also schon „wörtlich nehmen“ und sich mal fragen, ob es jeden Tag Fleisch und Wurst geben muss. Dann kann man auch mal Qualität vom Landwirt in der Region kaufen und nicht immer das Billigste vom Discounter.

Aber ich bin mir sicher, da sind wir uns einig, stimmts?

Quellen: (1) , (2) , (3) , (4) , (5)
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 18. Mai 2018 )