„Aufstrebende Gemeinde“ Kalchreuth
Mehr Zuzüge als Wegzüge, mehr Geburten als Sterbefälle und mehr Gesamteinnahmen als in den Jahren zuvor: So präsentierte Bürgermeister Herbert Saft Ende März den Besuchern der Bürgerversammlung Kalchreuth als „aufstrebende Gemeinde“.
2.997 Einwohner mit Hauptwohnsitz (inklusive 174 Zweitwohnsitze also 3.171) zählte die Kommune 2017, davon 1.772 in Kalchreuth selbst, 674 in Röckenhof, 538 in Käswasser und 13 in Minderleinsmühle, Gabermühle und Stettenberg.
Die Steuerkraft pro Einwohner soll 2018 statistisch auf etwa 1.219 Euro steigen, damit befindet sich Kalchreuth im Landkreis ERH auf Rang vier von 25 Landkreisgemeinden, im Regierungsbezirk Mittelfranken auf Rang 15 von 210 Gemeinden und bayernweit auf Rang 209 von 2056 Gemeinden. Der Schuldenstand pro Einwohner beträgt 205,05 Euro. Aufgrund der soliden Finanzsituation erhält Kalchreuth auch seit Jahren auch keine Schlüsselzuweisung aus dem bayerischen kommunalen Finanzausgleich.

Gut gerüstet für den Nachwuchs
Die Grundschule besuchen derzeit 85 Schülerinnen und Schüler, in den drei Einrichtungen Kindergarten, Kinderkrippe und Hort (in Trägerschaft der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde) werden insgesamt 191 Kinder betreut. Um die wachsende Zahl von Kindern optimal versorgen zu können, wird die „Villa Kunterbunt“ für die Zukunft um zwei Kindergartengruppen und eine Krippengruppe erweitert und die Gartenfläche wird mit der des St. Andreas-Kindergartens verbunden. Im Bereich der Jugendarbeit betreut Sozialpädagogin Sina Kochta 12 bis 16 jahre alte Jugendliche regelmäßig im „Jugendtreff“ Point, seit 2018 gibt es einmal monatlich Angebote im „Kids-Point“ an gleicher Stelle.

Gleichermaßen familien- und naturfreundlich ist die gemeinsame Baumpflanzaktion, bei der seit fünf Jahren auf einer Ausgleichsfläche „im Linderstock“ für die Neugeborenen jeweils ein Hochstamm-Obstbaum gepflanzt werden kann. Seniorenbeauftragte Annette Müller unterstützt auf Wunsch ältere Menschen beim Umgang mit Behörden und Beratungsstellen und zeigt Vorsorgemöglichkeiten auf.

Geschichtsbewusst und international
Die vielfältige Kalchreuther Dorfgeschichte mit alten Hausnamen, thematischen Wegen in die umgebende Flur mit Panoramaschildern an Aussichtspunkten sowie einem Geschichtsweg durch den historischen Ortskern mit Informationsschildern hat sich der Arbeitskreis Heimat und Geschichte unter Leitung von Heinz Wehrfritz zur Aufgabe gemacht. Die Informationsschilder an älteren Gebäuden und Anwesen mit Hausnamen und Historie der Anwesen einem QR-Code zur Online-Abfrage weiterer Informationen per Smartphone stoßen auf sehr positive Resonanz.
Ein besonderes Fest steht beim diesjährigen Partnerschaftsbesuch aus La Chapelle des Fougeretz bevor: Vom 10. bis 13. Mai feiert Kalchreuth das 25-jährige Jubiläum mit der Partnergemeinde in der Bretagne. Ein interessantes und abwechlungsreiches Festprogramm hat die Vorstandschaft des Partnerschaftsvereins mit Geschäftsführerin Giti Schmidtlein bereits erarbeitet. Schon eine Woche danach fährt die Grundschule mit Schulleiterin Brigitte Loos nach Frankreich, um die Völkerverständigung „von klein auf“ zu vertiefen.

Investitionen in Wasser- und Abwassereinrichtungen
Trotz der Zusammenarbeit mit der Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg muss die Gemeinde Kalchreuth in ein Regenüberlaufbecken im Mischwasser-Kanalsystem investieren. Ergänzend zu zwei bestehenden Regenüberlaufbecken (RÜB), zwei Stauraumkanä len und sieben Regenrückhaltebecken (RRB) wird derzeit ein weiteres RRB in der Herrngartenstraße gebaut. Um die wasserrechtlichen Vorgaben zu erfüllen, wird noch die Sanierung eines RÜB Nord sowie der Bau eines RRB in der Nähe Hofwiesenweg erforderlich sein. Insgesamt sind etwa 2,3 Mio. Euro Investitionen in die Abwasserentsorgung geplant, inklusive einer Restfinanzierung von 1 Mio. Euro für die 4,3 Mio teure Abwasserüberleitung nach Nürnberg und Rückbau der alten Kläranlage für 460.000 Euro. Auch in die Trinkwasserversorgung wird investiert: nachdem die neue Wasseraufbereitungsanlage bezahlt ist (2,5 Mio Euro), stehen die Erneuerung der Wasserversorgung in der Erlanger und Heroldsberger Straße (knapp 578.000 Euro), eine Druckminderanlage für Röckenhof (150.000 Euro), die Erneuerung der Technik im Pumphaus am Wasserhochbehälter (250.000 Euro), die Sanierung des Brunnens 1 (60.000 Euro) sowie Unterhaltsarbeiten (280.000 Euro) Ausgaben von insgesamt mehr als 1,5 Mio. Euro auf der Agenda. Seit 2010 wurden insgesamt 11,5 Mio. Euro in Wasserversorgung und Abwasserentsorgung investiert, davon wurde ein Drittel (3.867.000 Euro) auf Gebühren umgelegt. Herbert Saft betonte, dass das Kommunalabgabengesetz und die Gemeindeordnung die Gemeinden verpflichten, solche Einrichtungen über Verbesserungsbeiträge und Gebühren kostendeckend zu finanzieren. Die Erlöse dieser separat zu kalkulierenden Haushaltsposten dürfen die Kosten weder unter- noch überschreiten, weshalb Ergänzungsbeiträge unvermeidbar sind.

Umfassend ausgebaute Infrastruktur
Im Zuge der Erschließung des neuen Baugebietes „Am Weingarten“ zum Sommer wurde die Ortseinfahrt neu gestaltet und auf der gegenüberliegenden Seite ein Parkplatz gebaut. Am Ortsausgang Richtung Nürnberg-Buchenbühl an der Buchenbühler Straße soll der Naherholungsparkplatz mit Bewegungspark einen hochwertigen Aufenthaltsbereiches schaffen mit Bezug zur Landschaft und verschiedenen Funktionsbereichen für alle Altersgruppen.
Hier wird auch eine weitere „Stromtankstelle“ für PKW errichtet. Moderne Technologie beleuchtet in Kalchreuth auch die Straßen, seitdem die Straßenbeleuchtung umgerüstet wurde auf LED mit 50.000 Stunden Lebensdauer der Leuchtmittel und bis zu 80 Prozent Stromersparnis. Kostenlosen WLAN-Zugang im Zuge des abgeschlossenen Breitbandausbaus bietet Kalchreuth bereits am Feuerwehrhaus am Dorfplatz sowie am Feuerwehrhaus Röckenhof.
Nicht virtuell, sondern real und barrierefrei ist der Zugang per Rampe zur Aussegnungshalle am Friedhof, der 2015 als „Ort der Würde, Kultur und Natur“ ausgezeichnet wurde. Auch der Zugang vom Bahnhof zum Rathaus ist barrierefrei ausgebaut, die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes inklusive E-Ladestation wurde erfolgreich abgeschlossen. Aktuell beschäftigt der Ausbau der Heroldsberger und der Erlanger Straße die Gemeinde.
Im Zuge dieser Arbeiten wurden sinnvollerweise auch Wasserversorgung und Kanal in diesem Bereich erledigt – die Kosten von zusammen 857.000 Euro sind bereits in den obenstehende genannten Investitionen für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung enthalten. Die Einbeziehung der Städtebauförderung ermöglicht auch interessante Zuschussmöglichkeiten für private Anlieger, mit denen das Ortsbild noch attraktiver werden kann.

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 4. Mai 2018 )