Eltern drängen auf Kindergartenbau

Kindergarten Unterrüsselbach Genehmigungen bremsen Erweiterung in Unterrüsselbach
Ende Januar hat der Marktgemeinderat Igensdorf die abschließende Planung für den Bau eines neuen Kindergartens in Unterrüsselbach einstimmig bestätigt: Für mehr als 1,7 Mio. Euro soll an die bestehende Jakobuskrippe ein Kindergarten angebaut werden. Wenn sich keine weiteren Verzögerungen bei den Genehmigungsbehörden ergeben, so Architekt Jochen Eis, sei die anvisierte Bauzeit bis September 2019 realistisch.

Allerdings liegt genau eine solche Verzögerung vor. Der Elternbeirat von Jakobuskrippe und -kindergarten hat mit einer Unterschriftenaktion auf die Dringlichkeit hingewiesen: Verunsicherte Eltern wüssten nicht, ob sie ihre Kinder wie geplant in der neuen Einrichtung unterbringen können oder sich um Alternativen kümmern müssten, was auch zur Abmeldung von Geschwisterkindern führen würde. Eine Liste mit 130 Unterschriften wurde am 2. Februar an das Landratsamt Forchheim, die Regierung von Oberfranken in Bayreuth und die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr in München verschickt.

Keine Grenzwerte für Bio-Aerosole
Hintergrund der fehlenden Genehmigung sind Bedenken wegen so genannter Bio-Aerosole von einem nahegelegenen Biobauernhof. Bio-Aerosole sind dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zufolge Partikel in der Luft, denen Mikroorganismen anhaften können. Diese Mikroorganismen kommen überall in der Außenluft vor, insbesondere in der Umgebung landwirtschaftlicher Betriebe.
Das Landratsamt (Geschäftsbereich Bauen und Umwelt) teilt dazu mit, dass die bereits bestehende provisorischen Containeranlage nunmehr genehmigt wurde, aber für die Erweiterung des Kindergartens gegenwärtig kein Bauantrag vorliege. Man habe dem Markt Igensdorf aber auf Anraten der Regierung von Oberfranken empfohlen, hinsichtlich der geplanten Erweiterung des Kindergartens vorsorglich ein umwelttoxikologisches Gutachten bezüglich etwaiger Gesundheitsgefahren durch Bioaerosole einzuholen.
Aufgrund der Nähe zum Geflügelhof und höherer Bio-Aerosolwerte, als in einem LAI-Leitfaden empfohlen, habe sich das Landratsamt an die Regierung von Oberfranken gewandt, welche die Fragestellung an die Oberste Baubehörde im Bayerischen Bauministerium weitergeleitet hat. Hinsichtlich hiervon ausgehender Bioaerosole habe diese Behörde ausgeführt, dass Bioaerosole zwar grundsätzlich geeignet seien, sich nachteilig auf die Gesundheit auszuwirken. Der LAI-Leitfaden könne dabei aber nur als Orientierungshilfe, ohne Bindungswirkung, herangezogen werden. Hinreichend sichere Aussagen über eine Gefährlichkeit und kausale Ursachenzusammenhänge fehlten bislang jedoch, so dass eine Wirkschwelle, oberhalb derer mit Gesundheitsschäden zu rechnen ist, nicht existiert. Insoweit, so das die Oberste Baubehörde, können Bioaerosole einem Genehmigungsantrag grundsätzlich nicht entgegengehalten werden.

Biobauernhof arbeitet nach strengen Umweltrichtlinien
Bei dem betreffenden Bio-Bauernhof in Unterrüsselbach handelt es sich um einen Betrieb, der seit Jahren nach den Richtlinien der strengsten Ökoverbände wie Demeter, Bioland und Naturland arbeitet. Die Tiere werden mit viel Bewegungsfreiheit in Auslauf- und Stallfläche so tier- und wesensgerecht wie möglich gehalten und eventuelle Auswirkungen auf die Umgebung sind nach neuesten Standards geprüft und genehmigt. Der Elternbeirat beklagt in seiner Stellungnahme, dass keine vom Gesetzgeber festgelegten Grenzwerte vorliegen: „Bei allem Verständnis für eine ordnungsgemäße Prüfung des Bauantrags und den (selbst

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 1. März 2018 )