Harte Kritik an der Gräfenbergbahn
Leser, Landrat und Bürgermeister beklagen Zustand
Ausfallende Züge wegen technischer Probleme sorgen seit September für Unmut unter den Fahrgästen der Gräfenbergbahn. Aktuell ist der Zugverkehr zwischen Kalchreuth und Gräfenberg komplett eingestellt aufgrund kurzfristig notwendiger Arbeiten an einem Bahndamm – nach neuesten Meldungen bis 21. Dezember.
Der Ärger über die Bahn wird in Leserbriefen deutlich, aber inzwischen auch durch Schreiben von Landrat Alexander Tritthart an Innenminister Joachim Herrmann und Heroldsbergs Bürgermeister Johannes Schalwig.

Landrat Tritthart listet die vor allem seit Anfang November zahlreichen Störungen des Verkehrs auf und bittet den Minister eindringlich, diese wichtige Schienenstrecke schnellstmöglich wieder befahrbar herzustellen. Außerdem seien die derzeitigen Kapazitäten des Schienenersatzverkehrs bei weitem nicht ausreichend, die unhaltbaren Zustände seien „für Schülerinnen und Schüler, die Schulen, Eltern und Pendler unerträglich“. Er bitte daher, die Kapazitäten der Busse für den Schienenersatzverkehr so zu organisieren, dass ein reibungsloser Ablauf der Schülerbeförderung und Pendlerströme gewährleistet ist.

Bürgermeister Johannes Schlawig bezeichnete in einem dringlichen Schreiben an die Bahn den Schienenersatzverkehr als „eine einzige Katastrophe“. Er habe bei einem Besuch vor Ort feststellen müssen, dass seine Befürchtungen über die Zustände am derzeitigen Endpunkt Kalchreuth bei weitem übertroffen wurden. 150 Schüler aus Heroldsberg hätten, mit dem Zug angekommen, eilig Bahnübergang und Straßen überqueren müssen, um einen der wenigen Plätze in einem einzigen, bereits mit Kalchreuther Schülern halb besetzten Bus zu ergattern. Dadurch würden nicht nur viele den Schulbeginn verpassen, sondern es ergäben sich lebensgefährliche Situationen im Verkehr.

Reparaturdauer bis 21. Dezember
Auf die Initiative von Bürgermeister Schalwig verkehrt immerhin seit Donnerstagmorgen ein Bus direkt ab Heroldsberg um 7.39 Uhr.
Die voraussichtliche Dauer der Reparaturarbeiten an der Strecke gibt die Bahn inzwischen bis 21. Dezember an. Bis dahin werden alle Züge zwischen Kalchreuth und Gräfenberg weiterhin durch Busse ersetzt. Zwischen Nürnberg-Nordost und Kalchreuth verkehrt die Gräfenbergbahn. In Kalchreuth besteht Anschluss von den Zügen auf den Ersatzverkehr und umgekehrt.