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Fast 30 interessierte Gäste versammelten sich am vergangenen Donnerstag im Brander Jugendclub Consequence, um den Vortrag von Christina Beil „Nahostkonflikt - Alles klar?“ zu verfolgen. Die 22jährige Eckentalerin Christina Beil war mit der Organisation EAPPI (Ecumenical Acompaniment Programme in Palestine and Israel) mehrere Monate in Israel und Palästina unterwegs. EAPPI hat es sich zur Aufgabe gemacht, Palästinenser und Israelis bei ihrem gewaltlosen Widerstand zu begleiten und Informationen zu diesem Konflikt einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Übergeordnetes Ziel ist die Beendigung der israelischen Besatzung und die Lösung des Konflikts durch einen gerechten Frieden auf der Grundlage des Völkerrechts.
In ihrer Einleitung stellte Christina Beil die geschichtlichen Hintergründe von der Vertreibung der Juden durch die Römer bis hin zur Räumung des Gaza-Streifens 2005 dar. Sie schilderte eindrucksvoll die Situation vor Ort, und berichtete, was es heißt, in einem militärisch besetzten Gebiet wie der West Bank zu leben. Sie verdeutlichte das an Beispielen: Der bis zu neun Meter hohen Mauer, die sich ungeachtet von der international anerkannten Grenzenlinie „Green Line“ durch die West Bank schlängelt und Bethlehem umzingelt; von Israelis auf palästinensischem Gebiet vereinnahmte Wasserquellen sowie der Errichtung israelischer Siedlungen auf palästinensischen Land. Christina Beil ging auch auf die konkreten Einsätze und Aufgaben der Mitarbeiter von EAPPI vor Ort ein. Neben Aufgaben wie Beobachtung von Checkpoints, stehen häufig Besuche von Familien und Dörfern im militärischer besetzten Gebiet auf dem Tagesplan. Solidarität mit Opfern von militärischen Auseinandersetzungen und die Zusammenarbeit mit anderen Friedensorganisationen gehören zudem genauso zur Arbeit wie das Spielen mit Kindern. Besonders wichtig ist es immer, mit Kamera und Notizblock unterwegs zu sein, um die Situation zu dokumentieren, Menschenrechtsverletzungen festzuhalten und Augenzeugenberichte zu schreiben. Diese werden dann für Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit weitergeleitet oder veröffentlicht, was in erster Linie durch die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen, auch mit der UN, sowie durch Vorträge und Ausstellungen gelingt. Den Zuhörern wurde deutlich, wie kompliziert und vielschichtig der Konflikt in diesem Land ist und unter welchen Lebensbedingungen die Menschen dort zu leiden haben. Ängste, Hass und Aggression auf beiden Seiten prägen das Leben und traumatisierende Erlebnisse gehören zum Alltag. Eine Lösung scheint in weiter Ferne. |