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Wandern auf Eppeleins Spuren Drucken E-Mail

Wanderwegtafel im Sebalder ReichswaldHerbstzeit ist auch Wanderzeit und da trifft es sich sehr gut, dass vom Fränkischen Albverein soeben einige neue Wanderwege im Sebalder Reichswald markiert wurden. Da gibt es zum Beispiel einen neuen Eppelein-Verbindungsweg (gelber Ring), der am Ofenlochberg im Neunhofer Forst beginnt. Dort zweigt er vom Wanderweg Neunhof-Ohrwaschel-Dormitz (Grünstrich) ab und führt durch das Waldgebiet Winterleite weiter nach Nordosten zum Hasenstein bei den ehemaligen Munitionsbunkern im Waldgebiet Buckenhofer Forst. Die Strecke beträgt insgesamt 6,1 km. Sie geht etwas bergan bis zur Kreuzung am früheren dreieckigen Stein und folgt, bis auf einen kurzen Abstieg, sehr schönen Forstwegen. Der Weg trifft auf den Großen Eppeleinsweg (mit Rotem Kreuz), der in Buckenhof beginnt und über Eckental, Lauf, Altdorf bis nach Neumarkt i. d. Oberpfalz führt und 90,1 km lang ist.

Mit dem Eppeleinsweg wird an dem im Nürnberger Raum sehr bekannten Eppelein von Gailingen erinnert. Er wurde um 1320 in Illesheim bei Bad Windsheim geboren. Das Rittergeschlecht der Geylinge hatte kleinere Lehen vom Grafen von Hohenlohe bekommen und war wirtschaftlich von Naturalabgaben der Bauern abhängig, die selber nur karges Land bearbeiteten. Der Handel und das Gewerbe blühte indessen in den umliegenden Reichsstädten auf, insbesondere die reichen Nürnberger Patrizier wurden von Eppelein beneidet. Hinzu kam noch eine Fehde zwischen dem Ritter und dem Burggrafen. Eppelein begann um 1360 mit Überfällen auf Handelsfuhrwerke der Nürnberger Kaufmannszüge, 1369 wurde deshalb vom Nürnberger Gericht die Reichsacht über ihn verhängt. Außerdem verlor er seinen Mitbesitz Burg Wald bei Gunzenhausen und weitere Güter an die Stadt Nürnberg. Eppelein wurde mittellos und war deshalb zu Raubzügen gezwungen, zusammen mit seinen adeligen Verwandten wurde er zum Schrecken der Nürnberger Stadtregierung und den reichen Kaufleuten. Im Jahre 1372 wurde die Burg des Ritters von Nürnberger Kriegern zerstört, Eppelein entkam seinen Widersachern, wurde aber in Forchheim gefangen genommen. In Nürnberg wurde er dann zum Tod am Galgen verurteilt. Als letzter Wunsch wollte Eppelein noch einmal auf seinem Pferd im Burghof reiten. Der Legende zufolge soll er über die Mauer des Burggrabens gesprungen und so den Nürnbergern entkommen sein. Zwei Hufabdrücke seines Pferdes sind heute noch auf der Burgmauer zu sehen. Seine Plünderungen und Überfälle endeten 1381.

Im Ort Postbauer feierte der Raubritter ein Zechgelage mit seinen Kumpanen, er wurde verraten und von einer Nürnberger Söldnermannschaft gefangen genommen und in den festen Turm der Burg zu Burgthann gebracht. Weil es dort kein „Halsgericht“  gab, wurden die Gefangenen dem Scharfrichter in Neumarkt überstellt. Am 15. Mai 1381 wurde Eppelein auf das Rad gebunden und qualvoll hingerichtet, seine Kumpanen wurden enthauptet.

Eppeleins Heimat wurde insbesondere die Fränkische Schweiz. Seine Burg Dramaus (heute Trainmeusel) überragte das Wiesenttal bei Muggendorf. Die Existenz dieser Burg ist allerdings bis heute strittig, tatsächlich wird ein Burgstall erst gegen 1420 zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Manchmal wird auch Burggailenreuth, heute ein Ortsteil von Ebermannstadt, mit Eppelein von Gailingen in Verbindung gebracht, gesicherte Nachweise gibt es aber nicht. Auch sonst ist die Geschichtsschreibung über Eppelein von Gailingen spärlich, erst im 19. Jahrhundert in der Romantik wurde der Ritter hochstilisiert. Wirtschaftliche Not zwang Eppelein wohl zur Kriminalität. Er muss ein witziger wie tollkühner, brutaler, Liebeleien nicht abgeneigter Mensch gewesen sein. Sehr wohl möglich, dass Eppelein von Gailingen im großen Reichswald um Nürnberg immer wieder Unterschlupf fand, vielleicht war er auch schon auf heutigen Eppeleins-Wegen unterwegs.

Ernst Bayerlein

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 14. Oktober 2009 )
 
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