Home
Mittwoch, 16. Oktober 2019
 
 
 
Home
Leser–Service
Anzeigen-Service
fifi - der Firmenfinder
Kontakt
Suche
Impressum
Datenschutzerklärung
Lesezeichen setzen!
wochenblatt Hero
 
 
Private Kleinanzeigen
… aufgeben
… lesen
 
 
Das wochenblatt zwitschert jetzt mit!
 
 
Leserbrief zum Thema Feuerwehrarbeit Drucken E-Mail
Ist Unfallabsicherung eine Verkehrsbehinderung?
Piep, piep, piep! Es ist ein Mittwoch im September um 15.01 Uhr und für uns Feuerwehrler ändert sich gerade der komplette Tagesplan. Wir verlassen unseren Arbeitsplatz, den Schreibtisch oder auch das Bügelbrett und fahren so schnell wie möglich zum Feuerwehrhaus. Denn wir wissen, dass beim Einsatzstichwort „Verkehrsunfall mit Motorrad“ jemand gerade dringend unsere Hilfe braucht.


Während auf der Fahrbahn von Sanitätern Erste Hilfe geleistet wird, bildet sich am nahegelegenen Supermarktparkplatz gerade eine Zuschauerreihe, um das Geschehene möglichst genau zu sehen. Schließlich will man später ja allen Freunden sowohl analog als auch digital davon berichten. Zu blöd allerdings, dass wir Feuerwehrler das dann durch einen Sichtschutz behindern. Um Platz für unsere Arbeit, die des Rettungsdienstes, der Polizei, der Hubschrauberbesatzung und später auch noch des Gutachters zu schaffen, leiten wir den Verkehr um und verlangen von Autofahrern tatsächlich einen Umweg zu fahren. Dabei beantworten wir Fragen wie „Wie komme ich denn jetzt an mein Ziel?“ und „Ist eine Umleitung mit Schildern eingerichtet?“ freundlich und immer wieder aufs Neue.

Bei der Frage „Ist wohl was passiert?“ bitten wir einfach um ein zügiges Weiterfahren. Auch wenn einem dabei auf der Zunge liegt: „Nein, natürlich nicht. Wir stehen nachmittags immer auf der Hauptstraße und führen unsere rot-weißen Verkehrsleitkegel Gassi.“ Das mit dem zügigen Weiterfahren beherrscht nur ein Teil der Verkehrsteilnehmer. Ein anderer Teil fährt möglichst langsam, denn man möchte ja gern viel von der Einsatzstelle sehen. Der weitaus gefährlichere Teil fährt mit möglichst viel Gas und quietschenden Reifen an uns vorbei, vielleicht um die paar Minuten Wartezeit wieder aufzuholen.

Nebenbei müssen wir uns für das Sperren der Unfallstelle rechtfertigen („Nein, Sie können nicht zwischen Feuerwehrauto, Rettungsdienst und Hubschrauber durchfahren!“), werden beschimpft und beleidigt, uns wird der Vogel und der Mittelfinger gezeigt. Und wenn wir es auch noch wagen uns Verkehrsteilnehmern in den Weg zu stellen, die sonst wohl nur nach eigenen Regeln unterwegs sind, werden wir auch mal fast umgefahren.
Da kann man nur sagen, dass auch wir etwas anderes zu tun hätten als drei Stunden Verkehr zu regeln. Und wenn wir abends bei unserer Familie sind oder wieder am Schreibtisch oder Bügelbrett sitzen, fragen wir uns, warum wir uns das immer wieder antun? Um immer wieder aufs Neue denjenigen zu helfen, die in Not sind und unsere Hilfe gerade dringend brauchen! Und an all die Verkehrsteilnehmer, die uns immer wieder aggressiv und ungehalten begegnen: Hoffentlich geraden Sie nie eine Situation, in der Sie uns brauchen. Dann geht es womöglich um mehr als ein paar Minuten Zeit und ein paar Meter Umweg und dann haben vielleicht Ihre Mitbürger genauso wenig Verständnis für unsere Arbeit.
Claudia Hirschmann
 
< vorherige Meldung   nächste Meldung >
 
 
Das aktuelle Heft zum online-Blättern
 
 
Der Gloss'n Hans macht sich Gedanken
 
 

fifi findet
fifi - der pfiffige
Firmenfinder

 
 
Leserfotos

Leserfoto