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Eckental muss Prioritäten setzen Drucken E-Mail

INSEK INSEK geht in die nächste Phase
Die Ergebnisse der ePin-Bürgerbeteiligung und der ersten Gemeinderatsklausur standen vergangene Woche (KW 22) auf der Tagesordnung der Marktgemeinderatssitzung in Eckental. Das „Integrierte nachhaltige städtebauliche Entwicklungskonzept“ (INSEK) soll die Weichenstellung für die künftige Entwicklung der Gemeinde prägen.

Im Bild: Nach der ersten gut besuchten Veranstaltung dieser Art im Februar folgt am 3. Juli die 2. Offene Bürgerwerkstatt.



Diplomingenieurin und Architektin Sylvia Haines und Stadtplaner Eugen Ulmann präsentierten dem Gemeinderat die Auswertung des interaktiven Bürgerbeteiligungsprojektes ePin (vom 20. Februar bis 7. April) und der ersten Ratsklausur am 26. März.
Am ePin-Verfahren haben sich 186 Nutzer beteiligt mit 365 Beiträgen. Die meisten Beiträge betrafen das Themenfeld Mobilität & Verkehr, gefolgt von Ortsbild & Wohnen sowie Klimaschutz & Freiraum. Positive Kommentare kamen etwa zum Verlauf B2-Umgehung, zur  Erhaltung des natürlichen Umfeldes und zur Nahversorgung (kein weiterer Einzelhandel am Ortsrand, mehr inhabergeführte Geschäfte). Die meisten negativen Kommentare kamen zu den Vorschlägen, ein Hallenbad mit Kinderbereich zu bauen oder die Grundschulen zusammenzulegen.
Aus der Ratsklausur ergaben sich aus einer Punktebewertung bevorzugte Ziele für die Siedlungsentwicklung im Bestand (Leerstände nutzen, Ortskerne beleben, Nachverdichten, Ortsbilder erhalten), für die zukünftige Siedlungsentwicklung (Wie groß soll Eckental werden?), für die Freizeit- und Landschaftsentwicklung und für die Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung. Dazu wurden auch konkrete Projekte benannt und gewertet.
Hieraus wurde ein umfangreiches städtebauliche Zielkonzept zusammengestellt. Es schlägt unter anderem vor, die Altorte nachhaltig zu entwickeln und innerörtliche Läden/Nahversorger zu stärken. Die zukünftige Siedlungsentwicklung im Zielkonzept geht von einem Wohnflächenbedarf von 32,6 ha zuzüglich 20 Prozent Verkehrsflächen aus. Neben den Flächenreserven für Wohn- und Gewerbebebauung im bestehenden Flächennutzungsplan mit 28,4 ha sind kurz- und mittelfristig weitere 21,9 Hektar sowie langfristig zusätzlich 20,1 Hektar zur Entwicklung vorgeschlagen, diese vor allem zwischen Eschenau-Nord und Gewerbegebeit Brand.
Den Zielen, Grün- und Landschaftsräume zu sichern, einen übergreifenden Biotopverbund aufzubauen und den Grünzug „Eckenbach“ als Freizeitstandort zu qualifizieren, steht eine Option entgegen, Eckenhaid duch das Eckenbachtal an den Kreisverkehr bei Eschenau an die B2 anzubinden.

Konkrete Maßnahmen und Projekte
Als konkrete Projekte listen die Planer Maßnahmen auf, die in den nächsten INSEK-Phasen bewertet und priorisiert werden sollen.
Zum Themenfeld „Ortsbild & Wohnen“ sind dies: Rückbau und Aufwertung Eschenauer Hauptstraße, Neugestaltung Ortsmitte Brand, Rückbau und Aufwertung Forther Hauptstraße (nach B2-Umgehung), Neugestaltung Eckenhaider „Plärrer“ am Dorfladen, Verkehrsverlagerung in Brand (Sanierungsgebiet Hauptstraße und Ortskern), Kommunales Förderprogramm für Gebäudesanierungen in den Altorten, Nutzungskonzept Schloss Büg, Leerstandsmanagement mit Nachverdichtung und Innenentwicklung, Fortschreibung und Entwicklung „Eschenau Nord II“ und „Forth Süd“.
Die für den Themenbereich „Bildung & Betreuung“ gelisteten Projekte sind bereits in Arbeit oder in Planung: Ausbau der KiTa-/KiGa-­Angebote, Evang. Kindergarten in Eckenhaid, Kindergarten St. Kunigund in Brand, Kindergarten in Eschenau sowie Erweiterung der Angebote für Senioren (Erweiterung Martha Maria).
Im Bereich „Mobilität & Verkehr“ steht die Umgehung Forth ganz oben auf der Liste, gefolgt von der Verlagerung der Staatsstraße in Brand in die Orchideenstraße, einer zusätzlichen Straßenverbindung vom Rittal-Kreisel zur „Brander Kreuzung“ an der B2-Umgehung, Optimierung der Ampelanlage Eschenauer Hauptstraße / Dr. Otto-Leich-Straße, Fußgängerüberquerung Forth-West, Radwegekonzept und Radschnellweg nach Erlangen.
Im Themenbereich „Klimaschutz & Freiraum“ sind als mögliche Maßnahmen die Schaffung eines Biotopverbundes, Urbane Biodiversität, Erneuerbare Energien (Photovoltaik auf Dachflächen mit Schwerpunkt Gewerbe), Elektromobilität und die Sanierung Rathaus / Schulen / öffentliche Einrichtungen genannt.
Für „Freizeit & Sport“ sind ein Spielplatzkonzept, die Aufwertung von Rad-/ Wanderwegen, die Schaffung von Aufenthaltspunkten , ein Nutzungs- und Gestaltungskonzept für Schloss Büg mit Umfeld sowie eine Machbarkeitsuntersuchung zu einem Badesee aufgelistet.
Im Bereich „Handel & Versorgung“ nennt das Konzept Ansiedlung von Einzelhandel in Forth, den Wunsch nach einem Wochen- oder Bauernmarktmarkt und die Erweiterung der Gewerbegebiete mit Schaffung neuer Arbeitsplätze in Eschenau und Brand.

2. Offene Bürgerwerkstatt am Mittwoch, 3. Juli
In fünf Wochen sind erneut die Bürger am Zug: Sie sollen sich am  Mittwoch, 3. Juli, ab 18 Uhr im Saal des ASV Forth erneut aktiv einbringen können. Nachdem die Fachplaner den Sachstand präsentiert haben, können die Teilnehmer kommentieren und persönliche Prioritäten beisteuern.
Am 20. Juli soll dann der Marktgemeinderat in einer samstäglichen Klausur das städtebauliche Zielkonzept und Projektvorschläge diskutieren sowie herausarbeiten, was für die Ortsentwicklung von besonderer Bedeutung ist. Schließlich sollen eine Rangfolge der Maßnahmen festgelegt und wenige erste Impulsprojekte definiert werden.

„Was können wir uns leisten?“
Die anschließende Fragerunde und Diskussion leitete Erste Bürgermeisterin Ilse Dölle mit der Feststellung ein, dass man im Grunde ja wisse, „wo der Schuh drückt“. Entscheidend sei, was sich die Gemeinde über die Pflichtaufgaben der Daseinsvorsorge hinaus an freiwilligen Maßnahmen leisten könne und wie man hier die Prioritäten setze.
Michael Schölkopf hinterfragte die geringe Beteiligung beim ePin-Verfahren mit „nicht mal zwei Prozent“ der Einwohner. Sylvia Haines beurteilt diese Quote im Vergleich mit anderen Kommunen als tatsächlich sehr gut – erfahrungsgemäß steige die Beteiligung, wenn es zeitnah an erste konkrete Maßnahmen geht. Auch Konrad Gubo zeigte sich etwas enttäuscht von der Beteiligung im Bezug auf Themen wie Einzelhandel oder Soziales Wohnen. Er sorgt sich, ob man andererseits mit dieser Art Beteiligung nicht Bedarfe wecke, die ohnehin nicht verfolgt werden können.

Harry Wörner ermahnte die Versammlung, die Umgestaltung der Eschenauer Hauptstraße nicht noch länger aufzuschieben und endlich mindestens Klarheit zu schaffen und zu kommunizieren. Astrid Marschall erinnerte daran, dass man den Einzelhandel im Ort halten und durch entsprechende Rahmenbedingungen im Wettbewerb gegen den Onlinehandel stärken sollte. Thekla Mück mahnte, man wisse nicht, wie in den nächsten 15 Jahren die Steuereinnahmen ausfallen: „Erst die Pflicht, dann die Kür“. Auch Günter Rauh sah die Pflichtaufgaben ganz automatisch priorisiert, Ortssprecher Werner Geim fragte nach dem Mehrwert von INSEK, wenn man ohnehin eine verpflichtende Liste abarbeiten müsse.
Thomas Weise war nicht einverstanden mit den „viel zu kritischen“ Meldungen: Es sei positiv, dass alles erfasst und aufgeschrieben wird, er erwarte sich noch viel aus diesem Prozess. Ilse Dölle betonte, dass „die Bürger so vernünftig“ sind, dass man mit deren Beteiligung die richtigen Prioritäten setzen kann. Dies sei  nun die Aufgabe des Gemeinderates, schloss Sylvia Haines, man könne auch zunächst kleine Maßnahmen mit wenig Kosten voranbringen: „Es ist Ihre Aufgabe, das zu definieren“.


Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 12. Juni 2019 )
 
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