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Im Dialog mit der Landwirtschaft Folge 05 Drucken E-Mail
Landwirte Landwirte im wochenblatt-Land wollen informieren
Einer zunehmenden Entfremdung zwischen den Erzeugern und den Konsumenten von Lebensmitteln will eine Gruppe heimischer Landwirte aus dem wochenblatt-Land mit fachlich fundierten Informationen entgegenwirken. Die Vollerwerbs-Landwirte stehen durch die Bewirtschaftung der Kulturlandschaft in der Öffentlichkeit  – und stören sich an einer Berichterstattung die oft geprägt ist von einem offensichtlichen und eklatanten Mangel an fachlichem Grundwissen.

Im Bild: Claudio Keiner, Anja Friedrich, Martin Friedrich, Marlene Mortler, Julian Engelhard, Gerd Fensel, Matthias Tauber, Bernd Trummer (verdeckt), Max Merkl und Thomas Härtel (von links) im Fachgespräch.

Aktuell treffen sich Martin Friedrich (Mitteldorf), Matthias Tauber (Kemmathen), Max Merkl (Mitteldorf), Julian Engelhard (Pettensiedel), Bernd Trummer (Pommer), Claudio Keiner (Lilling), Johannes Rohlederer (Kleingeschaidt), Thomas Härtel (Oberlindelbach), Gerhard Wölfel (Eschenau), Gerd Fensel (Oberschöllenbach) und Stefan Schaffer (Görbitz) zum Austausch.

Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Marlene Mortler
Auf die aktuellen Berichte wurde auch die Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler aufmerksam, die Martin Friedrich zu einem Gespräch gebeten hatte. Einen Sonntagabend lang nahm sie sich Zeit für die Fragen und Anliegen der Bauern im wochenblatt-Land.
Marlene Mortler führte in Dehnberg den eigenen landwirtschaftlichen Betrieb, bevor sie Mitglied des Bundestags, des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft sowie Drogenbeauftragte der Bundesregierung wurde. Sie ist Mitglied im Vorstand und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Ernährung, Landwirtschaft und Forsten der CSU sowie aktuell Kandidatin für das Europäische Parlament.

Im Gespräch wurde deutlich, dass sich die Landwirte immer stärker mit drei unvereinbaren gesellschaftlichen Forderungen konfrontiert sehen: Erstens wollen viele Verbraucher nach Lust und Laune ansehnliche, hochwertige Lebensmittel konsumieren, die der Handeln entsprechend von den Produzenten fordert. Zweitens sollen die Produkte so billig sein, dass sie preislich mit internationaler Massenware konkurrieren können. Drittens soll Lebensmittelproduktion vor Ort keine „Nebenwirkungen“ haben – nicht nur beim durchaus gemeinsamen Interesse Natur- und Artenschutz, sondern auch mit Blick auf Naherholung, Ruhebedürfnis oder andere Emissionen. Matthias Tauber bedauert, dass durch Handelsmarken die Lieferanten nach Belieben gegen billigere ausgetauscht werden können, Bernd Trummer sieht die Bauern einer „Diffamierungs-Industrie“ gegenüber, die jeglichen Pflanzenschutz pauschal als „Ackergifte“ verunglimpft. Martin Friedrich vermutet, dass man Bauern Kredite über lange Zeiträume wie 25 Jahre nur deshalb gewährt, weil diese nicht „auslagern“ und bis zum „bitteren Ende“ weiterarbeiten. Max Merkl betont, dass die jungen Familien fast täglich vor der Entscheidung „Investition oder Exit“ stehen: Man könne ja auch reine Landschaftspflege für Naherholung betreiben (wenn sie entsprechend vergütet würde) oder in Berufe mit weniger Anfeindungen und Unwägbarkeiten, aber besserem und sicherem Einkommen wechseln. Zur Lebensmittelversorgung würde die Region dann aber nicht mehr beitragen, ergänzt Martin Friedrich.
Marlene Mortler bestätigte, dass die Landwirte nicht frei entscheiden und wirtschaften können, sondern eng eingebunden zwischen Restriktionen und wirtschaftliche Zwänge – während in den neuen Bundesländern anonyme Kapitalgesellschaften Agrarwirtschaft betreiben und die Märkte unter ganz anderen Bedingungen bedienen können. Sie bestärkte die Landwirte im Bestreben, sich direkt an die Mitmenschen zu wenden, denen sie sich bei ihrer täglichen Arbeit gegenübersehen – ohne den Umweg über Standesorganisationen und Verbände, die für ganze Branchen sprechen.

Mit vielen politischen Entwicklungen ist Marlene Mortler persönlich ganz und gar nicht zufrieden, aber die Entscheidungsfindung beruhe nun mal auf Kompromissen und leider lasse sich nicht jeder vernünftige Ansatz auch durchsetzen. Um so wichtiger sei es aber, dass man vor Ort die Verbraucher offen und ehrlich informiert und sich politisch hartnäckig gegen viele andere Interessen dafür einsetzt, dass die bäuerliche Landwirtschaft weiter Bestand haben kann.

Pflanzenschutz, Gülle, Maisanbau…
In den folgenden Gesprächen und Beiträgen wollen sich die Landwirte wieder den konkreten Sachthemen zuwenden. Anregungen und Fragen aus der Leserschaft sind immer willkommen, werden gesammelt und weitergegeben und (falls gewünscht öffentlich) beantwortet. Wer eine Frage an unsere Bauern hat, schreibt bitte mit dem Stichwort „Dialog mit der Landwirtschaft“ eine Mail an:  Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Letzte Aktualisierung ( Montag, 3. Juni 2019 )
 
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