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Gemischte Gefühle bei den Obstbauern Drucken E-Mail

Fränkische Obstbauern Fachveranstaltung der Franken Obst GmbH
Fast 200 Fachbesucher begrüßte Geschäftsführer Herbert Hubmann bei der diesjährigen Informations-Fachveranstaltung der Franken Obst GmbH. Die Erzeugerorganisation der drei Obstgenossenschaften Igensdorf, Pretzfeld und Mittelehrenbach vermarktet die Erzeugnisse von etwa 1000 aktiven Genossenschaftsmitgliedern, deren durchschnittliche Anbaufläche sich auf etwa einen Hektar beschränkt. Neben den vier Referenten wandten sich auch Landrat Dr. Hermann Ulm, Hermann Greif als oberfränkischer Bezirkspräsident des Bauernverbandes sowie Markus Zeiß, Vorstandsvorsitzender der Obstgenossenschaft Igensdorf, an die Besucher.

Im Bild: Landrat Dr. Hermann Ulm wünschte den Obstbauern eine gute Ernte.



Hochwertigste Lebensmittel im weltweiten Vergleich
Zeiß sprach auch für den bayerischen Erwerbsobstbau-Verband  und stellte provokant die Frage, ob der Obst- und Gemüseanbau in Deutschland von Gesellschaft und Politik überhaupt noch gewollt sei. Denn obwohl man hierzulande die weltweit hochwertigsten Lebensmittel produziere, würden diese ohne entsprechende Wertschätzung oft in der Anonymität verschwinden. Man konkurriere im Supermarktregal mit Apfelsaft aus China, Milch aus Polen oder Kirschenkonserven aus Serbien, bei denen auf der Verpackung nur angegeben sei „Produziert für…“. Dabei seien von jährlich 10.000 Kontrollen deutscher Erzeugnisse im Schnitt nur 0,7 Prozent beanstandet wurden, während beispielsweise von lediglich 299 erfolgten Proben türkischer Produkte 47 und damit fast 16 Prozent beanstandet wurden. Im integrierten deutschen Anbau arbeite man naturnah und mit möglichst wenig Pflanzenschutzmitteln, werde aber mit erheblichen Einschränkungen etwa durch die aktuelle Biotopkartierung konfrontiert.
Der Bewässerungsingenieur und Sachverständige Parssa Razavi berichtete über Bewässerungskonzepte, vor allem für Gemeinschaftsanlagen. Diese seien gerade für die sehr kleinstrukturierten Flächen in Bayern interessant. In seiner Heimat Persien gelte jemand, der ohne Bewässerungstechnik zum Schutz vor Wetterextremen und zur Qualitätssicherung arbeitet, als Hobbygärtner, so der Fachmann. Dabei könne man mit qualifiziertem technischem Management aus einer Zwei-Zoll-Leitung die Bewässerung von 65 Hektar Obstanlagen ressourcensparend sicherstellen, wie sein Kollege Jürgen Zörner dann anhand von Beispielen belegte.

Freiraum für die Bewirtschaftung eingeschränkt
BBV-Fachreferent Dieter Heberlein ermahnte die Obsterzeuger, sich um die aktuell laufende neue Biotopkartierung ihrer Flächen zu kümmern. Denn eine entsprechende Einstufung könne zu erheblichen Einschränkungen führen und bei der Bewirtschaftung eine Anpassung an Markt, Arbeitsmarkt und neue Methoden extrem erschweren. Wenn man aber den Obstbau als Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz erhalten wolle, bräuchten die Grundbesitzer einen gewissen Spielraum bei der Nutzung ihrer Flächen. Anders als angekündigt, würden sie aber nicht ausreichend informiert und einbezogen. Deshalb plane man eine Veranstaltung am 10. April in Weingarts, bei der das zuständige Landesamt für Umweltschutz Rede und Antwort stehen soll.

Alternativen zur chemischen Beikrautbekämpfung
Alexander Zimmermann von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau berichtete von Möglichkeiten zur mechanischen Beikrautregulierung in Obstanlagen, die den Einsatz chemischer Präparate wie Glyphosat ersetzen können. Er erläuterte die Vor- und Nachteile von Erdbearbeitungs-Maschinen wie Roll- und Fingerhacken, Krümler und Reihenputzer, Flachschar, Scheibenegge sowie oberirdisch wirkenden Faden- und Bürstengeräten. Ein Fazit seiner Erfahrungen der Tests bei der LWG Veitshöchheim: Die mechanischen Alternativen zur chemischen Beikrautbehandlung erfordern Investitionen zwischen 10.000 bis 25.000 Euro und erheblichen Zeitaufwand, daher solle man sich rechtzeitig über die passenden Lösungen informieren und Gedanken machen.

Kirschenmarktmeile am 30. Juni
Die Franken Obst GmbH hat entsprechend dieser Empfehlung seit längerem ein Bodenbearbeitungsgerät im Einsatz, das sich die Obstbauer ausleihen können, und plant bereits die Anschaffung von zwei weiteren Geräten. Wer sich für die Arbeit der Franken Obst interessiert, kann sich den Sonntag, 30. Juni vormerken: Dann veranstalteten die Vermarkter in Igensdorf wieder die Kirschenmarktmeile mit „Tag der offenen Tür“.
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 17. April 2019 )
 
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