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„Klares Bekenntnis“ zur Gräfenbergbahn Drucken E-Mail

Gräfenbergbahn Umweltminister Glauber in Heroldsberg und Igensdorf
Die Unzufriedenheit der Menschen im wochenblatt-Land mit der Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit der Gräfenbergbahn bleibt auf der Tagesordnung – denn trotz erster erfolgreicher Maßnahmen der Bahnbetreiber können die erforderlichen Verbesserungen nur Schritt für Schritt abgearbeitet werden.

Im Bild: „Großer Bahnhof“ Rüsselbach: Minister Thorsten Glauber, Klaus-Dieter Josel (Konzernbevollmächtigter Bayern Deutsche Bahn), Marco Schimmich (DB Regio), Landrat Hermann Ulm, Hans-Jürgen Nekolla, Wolfgang Rast und Karl Heinz Holzwarth, Qualitätsbeauftragter der Deutschen Bahn (von links).

Immerhin gibt es ein klares Bekenntnis der Politik sowie der Deutschen Bahn zu der Strecke. Dies wurde bei einem Besuch des bayerischen Staatsministers für Umwelt und Verbraucherschutz Thorsten Glauber in Heroldsberg und im Markt Igensdorf deutlich. Glauber war bis zur Ernennung zum Minister verkehrspolitischer Sprecher der Freie Wähler-Fraktion und Mitglied des Verkehrsausschusses im Bayerischen Landtag seit Jahren mit den Problemen vertraut.

Mitarbeiter bei Schwan-STABILO schwer enttäuscht
In der Heroldsberger Konzernzentrale von Schwan-STABILO ließ sich Thorsten Glauber von Mitgliedern der Geschäftsleitung, des Betriebsrates und Mitarbeitern die aktuelle Situation erläutern. Diese ist geprägt von immer wiederkehrenden Enttäuschungen, die inzwischen sogar zu weiteren handfesten Nachteilen für die Mitarbeiter geführt haben.
Als man nach jahrelangem Bemühen endlich die Realisierung des versprochenen Haltepunktes Heroldsberg Nord erreicht hatte, nutzten 540 Mitarbeiter im Jahr 2001 das vom Unternehmen im Sinne von Umwelt- und Klimaschutz finanziell unterstützte Firmenabonnement, erläuterte der Schwan-STABILO-Mitarbeiter Wolfgang Lutz. Durch den unzuverlässigen Bahnbetrieb wurden nicht nur Betriebsabläufe erheblich gestört, wie Personalchef Martin Thürmer ergänzte, sondern viele Bahnfahrer stiegen auf das Auto um. Mit dem Ergebnis, dass man nicht nur wegen einer Steigerung der Mitarbeiterzahl um 30 Prozent, sondern vor allem wegen dieses Umstiegs zusätzliche Parkplätze schaffen musste und sich die Zahl der Fahrkarten-Abonnenten bis 2009 auf 256 mehr als halbierte.
Weil dadurch der Anteil der Bahnfahrer unter den Mitarbeitern am Standort unter 50 Prozent gesunken war, änderte die VAG die Modalitäten für das Firmenabonnement: Die Dauerkarten wurden teurer, gelten nicht mehr für das ganze Verbundgebiet (und somit nicht für Fahren zum zweiten deutschen Schwan-STABILO-Standort in Weißenburg) und sind somit noch weniger attraktiv.
Ein Teufelskreis, ausgelöst und verstärkt duch die Nichterfüllung der vom Freistaat bei der Bahn bestellten Leistung, wie Thorsten Glauber eingestehen musste. Auch wenn die Abonnement-Kunden nie eine Entschädigung für die nicht erbrachte Beförderungsleistung erhielten, so habe man immerhin Strafzahlungen der Bahn an die Bayerische Eisenbahn-Gesellschaft BEG durchgesetzt.

Das System wird neu aufgestellt, aber das dauert
Der Minister konnte vermelden, dass inzwischen ein klares Bekenntnis von DB Netz und DB Regio zur Gräfenbergbahn vorliegt, „das System wird neu aufgestellt“. Die Umsetzung eines vorliegenden Fünf-Stufen-Planes wird einige Jahre dauern, aber „ich erwarte jetzt, dass das im versprochenen Zeitfenster abgearbeitet wird.“ Angesichts der erforderlichen Maßnahmen (die ausdrücklich nicht vom Freistaat, sondern von der Bahn zu finanzieren seien) werde er nicht versprechen, dass die Bahn schon kurzfristig so zuverlässig fährt, wie man es sich wünscht. Die Modalitäten der VAG für das Firmenabonnement will der Minister mitnehmen und sich um Unterstützung für die Heroldsberger Beschäftigten bemühen.

Treffen mit den Bahn-Verantwortlichen an der Strecke
Im Markt Igensdorf traf sich Minister Glauber mit Verantwortlichen der drei Unternehmen Deutsche Bahn, DB Netz und DB Regio sowie Landrat Dr. Hermann Ulm und den Bürgermeistern Wolfgang Rast (Igensdorf), Hans-Jürgen Nekolla (Gräfenberg) und Rudi Braun (Weißenohe) zu einer Erörterung der Verbesserungsmöglichkeiten. Dietmar Schieder von der DN Netz AG bestätigte, dass man Ende vergangenen Jahres mit der Beseitigung von zwei Langsamfahrstellen bereits die erste von fünf Stufen abgearbeitet habe und derzeit prüfe, was an der Signalanlage in Eschenau und anderen bahnübergängen möglich ist.
Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter für Bayern der Deutsche Bahn AG, erläuterte den Fünf-Stufen-Plan, den man bereits in den Kreistagen ERH und FO vorgestellt hatte. Stufe zwei beinhaltet Oberbau-Stabilisierungen und die Behebung von Schienen- und Schwellen-Schwachstellen mit einerzeitlich eng kalkulierten Betriebspause in den kommenden Osterferien. Noch in den Herbstferien dieses Jahres soll der Neubau von zwei Brücken in Heroldsberg für 7 Mio. Euro als Stufe 3 folgen, bis hierher sei auch die Finanzierung bereits gesichert. Zwei weitere Brücken und die elektronische Stellwerktechnik sollen ab 2024 in Stufe 4 erneuert werden, in Verbindung mit einem Gutachten für weitere Beschleunigungsmaßnahmen für Stufe 5. Hierfür sind 20 Mio. Euro beziffert, aber noch nicht gesichert.

Erfolgsmodell mit Versäumnissen
Diese „Dinge, die damals leider nicht gemacht worden sind“ bei der Reaktivierung vor 21 Jahren, hat die Bahn nun eingeplant. Dies begrüßte Minister Thorsten Glauber ausdrücklich. Er lege wenig Wert auf eine Wiederholung von Begebenheiten wie im vergangenen Jahr, als man bei der Bahn an einem Freitagabend wusste, dass Montagfrüh keine Züge fahren würden, für mehr als 100 nicht informierte Schüler ein einziger Bus auftauchte und bei der Bahn kein Zuständiger erreichbar war. Daraufhin habe er sich am Telefon sehr viele „Komplimente“ von Eltern anhören dürfen. „In diesen Plan setze ich große Hoffnung“, bekräftigte Glauber.
Wie kompliziert Verbesserungen schnell werden können, zeigte aber schnell eine Erörterung der Situation am Rüsselbacher Bahnhof. Damit der Zug nicht im Schleichtempo die Straße Richtung Stöckach queren muss, bräuchte man eine technische Sicherung des Bahnübergangs. Dabei müsste man aber sicherstellen, dass die Schienen frei sind, was wiederum eine Ampel an der Einmündung und somit auch an der B2 und somit die Abstimmung mit dem Bund erfordern würde.
Nach dem Treffen am Bahnsteig lud Bürgermeister Wolfgangt Rast noch in das Rathaus des Marktes Igensdorf ein, um das Gespräch zu vertiefen.

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 17. April 2019 )
 
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