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B2 Forth: In 5 Jahren könnte gebaut werden Drucken E-Mail

Informationsabend Markt Eckental und Staatliches Bauamt informierten
„Seit 50 Jahren ist diese Trasse im Bebauungsplan“ mahnte ein lärmgeplagter Anwohner der Forther B2-Ortsdurchfahrt in der abschließenden Diskussionsrunde, „die Bürger gehören entlastet“ ein anderer, jeweils unter Applaus im Saal – die Umgehung müsse endlich gebaut werden. Insgesamt war die Stimmung unter den mehr als 200 Besuchern aber sehr sachlich und konstruktiv in der öffentlichen Informationsveranstaltung im Saal des ASV Forth.
Der Markt Eckental und das Staatliche Bauamt Nürnberg hatten eingeladen, um über den aktuellen Planungsstand für eine Ortsumgehung von Forth zu informieren. Baudirektor Andreas Eisgruber bejahte die Dringlichkeit einer Entlastung von Forth mit 12.000 Fahrzeugen täglich und erläuterte den bisherigen Verlauf des Projektes. Im Flächennutzungsplan der Gemeinde steht die Umgehung seit 17 Jahren, im Bundesverkehrswegeplan seit 14 Jahren und dort im „vordringlichen Bedarf“ seit  August 2016.

Im Bild: Eckentals Erste Bürgermeisterin Ilse Dölle begrüßte sechs Referenten, drei Rathausmitarbeiter und Besucher, darunter ein Großteil der Marktgemeinderäte.

Planungsabteilungsleiter Anatol Kiesel-Peiker stellte die 14 untersuchten Varianten in vier „Korridoren“ vor, aus denen in der Vorplanung vier Varianten ausgewählt und hinsichtlich Verkehr, Umwelt und Wirtschaftlichkeit genauer beurteilt wurden.

Variante 1 (ortsferne Variante südlich Forth) zweigt direkt vom Kreisverkehr Eschenau ab, verläuft durch die Kleingärten im Eckenbachtal zwischen Forth und Eckenhaid auf den Eckenberg und unterquert die Kreisstraße ERH 9, um nach dem Anschluss an die Staatsstraße St2236 (Stresemannstraße) bei der „Kellerhauskurve“ wieder den Verlauf der B2 aufzunehmen.
Variante 2 (ortsferne Variante südlich Forth) verläuft weitgehend gleich, zweigt eber erst in Höhe Sportgelände FC Eschenau vom bisherigen Verlauf ab.
Variante 3 (ortsnahe Variante südlich Forth) verläuft näher an Forth von einem neuen Knotenpunkt am geplanten Sondergebiet Einzelhandel, nördlich vom Sportgelände FC Büg und einem Gehölz am Eckenberg mit einem Minimalabstand von 90 Metern zur Bebauung.
Variante 4 (nordwestlich Forth) verläuft vom Kreisverkehr Eschenau  zunächst parallel zur jetzigen B2, quert nach dem Sportgelände FC Eschenau die Bahn, das Sportgelände ASV Forth, die Schwabach, zweimal die Staatsstraße 2240 (zwischen Kläranlage und Tiefbrunnen sowie Nähe Bügsteg), weitere drei Mal die Schwabach und noch einmal die Bahn, bevor sie vor Lindenmühle an die bestehende B2 anschließt, mit Minimalabständen von 30 Metern zur Bebauung.

PlanungsvariantenIm Bild: Die vier
untersuchten
Trassenvarianten.

 

 

 

 

 

 

Vergleich spricht für die ortsnahe Variante 3
Der tabellarische Vergleich der vier Varianten bezüglich Länge und Kosten sowie Einstufung im Hinblick auf raumstrukturelle Eingriffe (A), Verkehrssicherheit (B), Wirtschaftlichkeit (C) und schließlich Gesamtbewertung (D) zwischen den Stufen 1 (positiv) und 3 (negativ) ergibt folgende Gegenüberstellung:

  Länge
 Kosten 
 A 
 B 
 C 
 D 
 Variante 1 
 3,5 km  
 13,5 Mio. € 
 2 2 2 2
 Variante 2
 3,4 km
 13,0 Mio. €
 2 2 2 2
 Variante 3  
 2,9 km
 10,7 Mio. €  
 1 1 1 1
 Variante 4
 4,4 km
 25,7 Mio. €
 3 3 3 3

 

Dieser Einschätzung mit umfassenden Vorteilen der Variante 3 entsprachen auch die Untersuchungsergebnisse, die Diplom-Geographin Britta Weinert und Diplom-Biologe Klaus Albrecht vom Stadt- und Umweltplanungsbüro ANUVA vorstellten. Sie hatten die Umweltverträglichkeit der einzelnen Varianten untersucht, und zwar entsprechend den gesetzlichen Vorgaben im Hinblick auf das „Schutzgut Mensch“ und das „Schutzgut Biologische Vielfalt“ sowie abgestuft nach wenig entscheidungsrelevanten, entscheidungserheblichen und zulassungskritischen Auswirkungen, die einer Genehmigung entgegenstehen. „Variante 4 können wir aus artenschutzrechtlicher Sicht fast vergessen“, so Klaus Albrecht, zudem habe man bei dieser Variante mit Hochwasser- und Wasserschutzgebieten sowie Bodendenkmälern zu tun.
Die verkehrliche Beurteilung durch die Planungsgesellschaft PB Consult erläuterte Dominik Schwarz anhand von umfangreichen Verkehrszählungen und daraus entwickelten Prognosen. Demnach sei die Variante 3 mit der im Vergleich größten Entlastung für die bisherige Ortsdurchfahrt (9.000 Fahrzeuge weniger) als zielführend zu empfehlen.

Ausblick auf die nächsten Planungsschritte
Aktuell gehe es nun um die Festlegung auf eine der vier Varianten, erklärte Anatol Kiesel-Peiker vom Staatlichen Bauamt. Nach einer Zustimmung des Marktgemeinderates zur favorisierten Variante könne man in den Jahren 2018/2019 die gewählte Lösung ausarbeiten und zur technischen und haushaltsrechtlichen Genehmigung kommen. 2020/2021 könne das öffentlich-rechtliche Verwaltungsverfahren mit öffentlicher Auslegung und Anhörung zum Planfeststellungsbeschluss führen, ab 2022 die detaillierte Ausführungsplanung beginnen und ab 2023 die Ausschreibung und der Bau beginnen – vorbehaltlich der Bereitstellung der Finanzmittel durch den Bund.

„Der Eckenberg ist ein Juwel“
In der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde wandte sich ein Eckenhaider Bürger an die Versammlung mit dem Hinweis, dass der Flächennutzungsplan auf 2001 zurückgeht und man mit dem Eckenberg als Erholungsraum „ein Juwel“ opfern würde: „Wollen wir das wirklich noch?“ BUND-Vorsitzender Dieter Hartmann kritisierte an der Verkehrsanalyse, dass man eine Zunahme des LKW-Verkehrs zwischen den Autobahnen A9 (Schnaittach) und A3 (Nürnberg-Nord) sowie auf der Staatsstraße 2240 Richtung Erlangen nicht ausreichend berücksichtigt habe. Baudirektor Andreas Eisengruber hielt der Sorge vor motorisierten „Mautflüchtlingen“ allerdings entgegen, dass ab 1. Juli 2018 auch die Bundesstraße mautpflichtig sei und den Spediteuren keine Ersparnis ermögliche.
Mehrere Anwohner am südlichen Ortsrand von Forth fragten nach der Verschlechterung der Wohnqualität durch die ortsnahe Trasse sowie nach der Zunahme des Verkehrs in der ohnehin stark belasteten Kurt-Schumacher-Straße. Die Fachleute legten dar, dass ohne konkrete Schallschutzmaßnahmen zwar an wenigen einzelnen Gebäuden die Verkehrslärm-Grenzwerte überschritten würden – dagegen werde man aber selbstverständlich in die spätere Detailplanung Schallschutzmaßnahmen einarbeiten, beispielsweise durch Geländegestaltung und eine besonders tiefe Einsenkung. Im Wesentlichen beschränkten sich die Anliegen der von einer Trasse der Variante 3 betroffenen Anwohner auf den Anspruch, das „Schutzgut Mensch“ in den Planungen besonders zu berücksichtigen und die Auswirkungen möglichst gering zu halten, ohne die Priorität für diese Trasse grundsätzlich in Frage zu stellen.

„Wir sind auf einem guten Weg“
Eckentals Erste Bürgermeisterin Ilse Dölle dankte den Referenten und betonte, dass man sich noch in der ersten Planungsstufe befinde. „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg“, so die Bürgermeisterin. In der anstehenden Sitzung des Marktgemeinderates habe dieser zwar kein direktes Votum, man könne aber beschließen, dass die Gemeinde hinter den vorgestellten Planungen steht.
Am Dienstag, 24. April, um 19 Uhr, steht in der öffentlichen Marktgemeinderatssitzung die erneute Vorstellung der möglichen Trassenführungen und die Festlegung der favorisierten Variante auf der Tagesordnung.

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 15. Mai 2018 )
 
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