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Automatensprenger von Weißenohe gefasst Drucken E-Mail
BahnhofSerie von sechs Sprengungen von Fahrkartenautomaten geklärt - Ermittlungserfolg der EG Automat
Am Morgen des 9. Februar erschütterte eine gewaltige Explosion den Ort Weißenohe. In der Folge bot sich am Haltepunkt der Gräfenbergbahn, der etwas außerhalb der Ortschaft liegt, ein Bild der Verwüstung. Der Fahrkartenautomat war vollkommen zerstört und auch der restliche Bahnhof war schwer in Mitleidenschaft gezogen. Bereits wenige Tage zuvor passierte in Burgthann ähnliches und auch in den darauffolgenden Tagen flogen immer wieder Fahrkartenautomaten in die Luft. Am Ende waren es sechs Sprengungen, die alle nach dem gleichen Muster stattfanden.
Nach umfangreichen Ermittlungen der „Einsatzgruppe Automat“ des Bayerischen Landeskriminalamtes konnte am vergangenen Freitag (9. März), gegen 23.00 Uhr, ein dringend Tatverdächtiger festgenommen werden.

Im Laufe der kriminalpolizeilichen Ermittlungen stellten die Sprengstoffexperten fest, dass ein 22-jähriger deutscher Staatsangehöriger sich an mindestens zwei Tatorten zu den mutmaßlichen Tatzeiten aufgehalten hat. Daraufhin erfolgte in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Ingolstadt, der zuständigen Ermittlungsbehörde für die Tat in Eichstätt am 4. März, bei der ein Fahrdienstleiter verletzt wurde, die Festnahme des Tatverdächtigen in seiner Wohnung im Landkreis Straubing.
Bei der Durchsuchung fanden die Ermittler umfangreiches Beweismaterial und Geldscheine, die Teile der Tatbeute sein könnten. Der Tatverdächtige wurde am 10. März dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ.
Der arbeitslose 22-Jährige steht im dringenden Verdacht, seit 6. Februar 2018 insgesamt sechs Fahrkartenautomaten mit Sprengstoff gesprengt zu haben. In einem Fall wurde, wie oben bereits beschrieben, eine Person verletzt. Der gesamte Sachschaden beläuft sich auf mindestens 150.000 Euro. In allen Fällen versuchte der Verdächtige, an das in den Automaten befindliche Bargeld zu kommen. Dabei waren die Explosionen so heftig, dass nicht nur die gesamten Automaten komplett zerstört wurden. Auch an den Wartehäuschen entstand jeweils erheblicher Schaden. Zur Verdeutlichung: In einem Fall wurde die Türe des Automaten, die immerhin 50 Kilogramm wiegt, fast 30 Meter weit geschleudert!

Hier die Zusammenfassung aller Tatorte mit den genauen Tatzeiten:
- 06.02.2018, 05.00 Uhr Burgthann
- 09.02.2018, 05.10 Uhr Weißenohe
- 16.02.2018, 03.45 Uhr Grub bei Poing
- 25.02.2018, 03.05 Uhr Grub bei Poing
- 04.03.2018, 02.30 Uhr Eichstätt
- 05.03.2018, 04.15 Uhr, Neuhof an der Zenn

Der Tatverdächtige macht bislang keine Angaben zu den ihm vorgeworfenen Straftaten. Nach den bisherigen Ermittlungen muss allerdings davon ausgegangen werden, dass die Automaten nicht von ihm alleine gesprengt hat wurden. Die Ermittlungen der EG Automat des Bayerischen Landeskriminalamtes und der Staatsanwaltschaft Ingolstadt dauern an, insbesondere werden weiterhin Zeugen gesucht, die an den oben genannten Tatorten und deren Umgebung verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben.
Hinweise nimmt das Bayerische Landeskriminalamt unter 089/1212-0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 13. März 2018 )
 
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