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In einem Leserbrief in der Ausgabe vom 17. Januar (03/2018) beschrieb wochenblatt-Leser Julius Geiger die Spielplätze nahe der Gründlach als „erschreckendes Bild“ mit Jointstummeln, Bierkästen sowie Zigarettenpackungen und mahnte umfassendere Aufklärungs-, Freizeit- und Erlebnispädagogik-Aangebote für Jugendliche an, für die es in Heroldsberg kaum Orte gebe.
Ralf Hingler, als Diplom-Sozialpädagoge (FH) beim Markt Heroldsberg zuständig für Mobile Jugendarbeit und Streetwork, äußert sich zu diesem Leserbrief in folgendem Beitrag.

 

Suchtprävention in Heroldsberg und im östlichen Landkreis Erlangen-Höchstadt
Der Markt Heroldsberg betreibt seit der Erweiterung der Jugendarbeit um die Mobile Jugendarbeit und Streetwork im Jahr 2008 vorbildliche Suchtprävention in der Marktgemeinde.
Schon im ersten halben Jahr der Arbeitsaufnahme hat der Sozialpädagoge, der bereits 12 Jahre Erfahrung aus Suchthilfe, Psychiatrie und Jugendhilfe mitbrachte, die Gründung eines suchtpräventiven Netzwerkes in Form der Trägergruppe „Guat beinand“ Heroldsberg initiiert. Guat beinand war ein Projekt das im gesamten Landkreis in 5 Städten und Gemeinden eingerichtet und vom Gesundheitsamt ERH gefördert und begleitet wurde. Die Trägergruppe in Heroldsberg war die einzige im Landkreis, die über die dreijährige Projektlaufzeit hinaus in dieser Form weiter gearbeitet hat um ein gesundes Aufwachsen in Heroldsberg zu ermöglichen. Und auch heute noch – 9 Jahre später – ist die Trägergruppe in diesem Sinne erfolgreich tätig. Zusammengeschlossen sind in diesem Netzwerk, das nach wie vor eng mit dem Gesundheitsamt ERH zusammenarbeitet, die Verwaltung der Marktgemeinde Heroldsberg (Ordnungsamt), die Jugendbeauftragten aus dem Gemeinderat, der Sportverein, die Wasserwacht, der offene Jugendtreff, die Grundschule, die Mittelschule Eckental, die Mobile Jugendarbeit, der Freundeskreis für Suchthilfe, der Schützenverein, Familientreff, Eltern-Stammtisch, und die Feuerwehr.
In einem überörtlichen Netzwerk ist die Trägergruppe Teil des Runden Tisches „Suchtprävention Eckental - Kalchreuth – Heroldsberg“ (EKH). Neben den jeweiligen Jugendpfleger bzw. der Jugendarbeit der Gemeinden, der Streetwork des Landkreises, und der Polizei sind sowohl das Gymnasium in Form der dortigen Suchtbeauftragten, als auch die Mittelschule in Form der dort tätigen Jugendsozialarbeit an Schulen vertreten. Der Runde Tisch EKH wiederum arbeitet eng und abgestimmt mit dem AK Sucht der Stadt Erlangen zusammen.
Alle Beteiligten arbeiten inzwischen seit Jahren dauerhaft erfolgreich sowohl in Heroldsberg als auch im gesamten östlichen Landkreis daran eine hochqualitative Suchtprävention umzusetzen und deren Weiterentwicklung zu gewährleisten.
Ergebnis dieser Arbeit ist u.a. die kontinuierliche Umsetzung von evaluierten Alkoholpräventionsprogrammen an den Schulen – übrigens nicht nur an den weiterführenden Schulen in Eckental, sondern flächendeckend im gesamten Landkreis – ein Präventionsprogramm, das mittlerweile über die Jahre bewährt und nicht zuletzt deshalb sogar durch eine Krankenkasse finanziert wird.
Darüber hinaus wurde in den Bereichen Prävention exzessiver Mediennutzung ein Präventionsprogramm entwickelt – unterstützt vom Kreisjugendring, der das gemeinsam entwickelte Konzept in Trägerschaft zur Umsetzung im gesamten Landkreis übernommen hat.
Aktuell wird an Präventionskonzepten zum Thema Cannabis, Cannabinoide und Crystal Meth gearbeitet. Das letzteres vielleicht längst hätte geschehen müssen ist nicht zu bestreiten, aber gerade bei der Präventionsarbeit bezogen auf Cannabis wurde immer der Vorbehalt geltend gemacht, dass dadurch erst Interesse an dem Stoff bei Jugendlichen geweckt werden könnte.
Leider hatte diese Haltung bislang oft zur Folge, dass Cannabisprävention im Sinne von Aufklärung und Information eher kurzgehalten oder so gut wie gar nicht stattfand. Es ist aber bereits geplant ein neues Präventionsmodul zu Cannabis, das gerade in einem anderen Bundesland getestet wird, nach Abschluss der Testphase in das Präventionsprogramm des Landkreis ERH aufzunehmen.
Die Trägergruppe in Heroldsberg stellt den Bürgern Informationen zum Thema Sucht bereit. Auf der Web-Seite des Marktes Heroldsberg unter Gesundheit und Soziales – Arbeitskreis „Guat beinand“, sind die Adressen der wichtigsten Beratungsstellen und Info-Material zu den gängigsten Suchtstoffen und Verhaltenssüchten zu finden. Das dort angegebene Infomaterial ist fachlich überprüft und wird regelmäßig bei Bedarf aktualisiert.
Natürlich ist dort auch Material zum Thema Alkohol und vor allem auch eine Hilfestellung zu finden, wie Eltern mit Ihren Kindern über das Thema ins Gespräch kommen können.
Das Suchtpräventive Netzwerk EHK bietet nicht nur Informationen auf den Internetseiten an, sondern organisiert und veranstaltet auch Elternabende an Schulen, öffentliche Informationsveranstaltungen und bei Bedarf sogar Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte.
Wer sich darüber hinaus Informationen lieber über ein direktes Gespräch statt anonym über das Internet oder bei einer öffentlichen Veranstaltung beschaffen möchte, hat in Heroldsberg auch die Möglichkeit sich direkt an die Mobile Jugendarbeit im Rathaus zu wenden. Über die Jahre hinweg haben auch immer wieder Eltern diesen Weg genutzt.
Die Mobile Jugendarbeit in Heroldsberg vertritt das in Österreich entwickelte Risflecting-Konzept in der suchtpräventiven Arbeit. Es gehört zur Lebensphase der Jugend, dass diese sich ausprobieren und dabei auch Risiken eingehen, – das gilt insbesondere auch für die Erfahrung „Rausch“ ob mit oder ohne gefährlichen Substanzen. Hier gilt es tatsächlich Jugendliche zu begleiten und zur Reflektion der jeweils eventuell einzugehenden Risiken anzuhalten. Das ist Förderung von Risiko- und damit auch Lebenskompetenz.
Hier sind nicht nur Eltern und Pädagogen, sondern Alle die den Jugendlichen nahestehen gefragt, ob es nun Freunde, Bekannte, Verwandte oder jeder einzelne Bürger ist, der in irgendeiner Beziehung zu den Jugendlichen steht. Natürlich ist Erlebnispädagogik ein wundervoller Ansatz um gerade Risikokompetenz zu vermitteln. Hierfür gibt es immer wieder Ansätze und Gelegenheiten für ein diesbezügliches Lernfeld in der Jugendarbeit in Heroldsberg – und natürlich auch Orte. Diese werden geboten von den Pfadfindern, der Wasserwacht, der Feuerwehr, der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde, den Sportvereinen und nicht zuletzt von der gemeindlichen Jugendarbeit, die hierzu sogar Landkreisweit vernetzt ist. Alle zusammen leisten sie hervorragende Jugendarbeit mit den verschiedenartigsten Angeboten und damit sicherlich auch qualifizierte Suchtprävention.

Natürlich kann eine noch so qualifizierte Suchtprävention eine völlige Verhinderung von Suchtmittelkonsum eben so wenig garantieren, wie das ein striktes Verbot und dessen polizeiliche Verfolgung bisher konnten. Gerade was Cannabis betrifft, gab es sowohl in Heroldberg als auch in den anderen Gemeinden im östlichen Landkreis immer wieder den ein oder anderen Konsumierenden. Phasenweise waren das dann mal ein paar mehr oder weniger Jugendliche, so wird das zumindest von der mobilen Jugendarbeit Heroldsberg seit Jahren beobachtet.
Trotz alledem sprechen wir aber immer noch von einer verschwindend kleinen Gruppe im Vergleich zu Jugendlichen, die entweder niemals zu Cannabis greifen bzw. lediglich einmal ausprobieren. Aus Sicht der Mobilen Jugendarbeit Heroldsberg kann jedenfalls nicht von einer dramatischen Entwicklung gesprochen werden.
Ralf Hingler, Markt Heroldsberg, Mobile Jugendarbeit und Streetwork

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