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Kein Leichentourismus in Igensdorf-Mitteldorf und Weißenohe
Der Bürgermeister der Marktgemeinde Igensdorf befragt die Bürger zur Neu-Ansiedlung eines Krematoriums auf einem Gelände, das an die Gemeinde Weißenohe angrenzt.  Die Feuerverbrennungsstätte soll auf der Gemarkung „Im Steinbühl“ errichtet werden. Jeweils im Umkreis von etwa 300 Metern davon stehen Wohnhäuser in den Wohngebieten Igensdorf-Nord, Weißenohe Bahnhof, Weißenohe Kalkachweg/Hauptstraße und in Mitteldorf direkt an der B2 und am Aubachweg im neuen Siedlungsgebiet „In der Walch“. Noch liegt kein Gemeinderatsbeschluss vor. Die Entscheidung ist für Januar 2018 geplant, denn es sollen zwei oder drei Arbeitsplätze geschaffen werden.
In Bürgerversammlungen der Marktgemeinde Igensdorf äußert der Igensdorfer Bürgermeister, die Verbrennungsanlage arbeite nahezu emmissionslos. Das mag vielleicht, aber wirklich nur vielleicht stimmen und im Hinblick auf den Feinstaub zutreffen. Bei einer Verbrennungstemperatur von etwa 1000° C werden Schwermetalle freigesetzt. Diese können nicht oder nur unzureichend herausgefiltert werden. Und diese Schwermetalle haben es in sich und sind absolut gesundheitsschädlich für Mensch und Tier.

Über den Investor des Vorhabens gibt es verschiedene Verlautbarungen.  Mal heißt es in der Presse, dass er in seiner Heimat ein Krematorium bauen wollte und schon die Genehmigung der Gemeinde hatte. Aufgrund massiver Proteste der Bürger jedoch machte er bzw. die Gemeinde einen Rückzieher. Neuerdings heißt es, es sei ein Neubürger aus Rüsselbach, einem Ortsteil von Igensdorf. Tatsache ist, dass in der Vergangenheit in verschiedenen Regionen Deutschlands mehrere Krematorien geplant waren. Der massive Widerstand der Bevölkerung – teilweise mit Unterstützung von Juristen – führte dazu, dass mehrere Vorhaben nicht weiterverfolgt werden konnten, beispielsweise in der Oberpfalz und in Unterfranken. Hier hatten die Anwohner wohl berechtigte Sorgen und Ängste.
Krematorien sind derzeit eine Gelddruckmaschine. Damit sich die Investition jedoch wirklich lohnt, muss die Anlage ständig ausgelastet und in Betrieb gehalten werden – auch nachts, damit die Betriebstemperatur nicht zu sehr sinkt und mit hohem Energieverbrauch wieder hochgefahren werden muss. Wirtschaftlicher ist es jedoch, auch den Betrieb nachts produktiv zu betreiben. Krematorien existieren in Nürnberg und Bayreuth. Inwieweit diese ausgelastet sind, ist derzeit nicht bekannt.
Ein neuer Anbieter muss auf sich aufmerksam machen. Mit Marketing- und verkaufsfördernden Maßnahmen wird versucht werden, eine möglichst hohe Auslastung zu ermöglichen. Mit Sonderangeboten, wie es bei Neugründungen mittlerweile Standard ist, wird versucht werden, über niedrige Preise eine hohe Auslastung der Anlage zu erreichen. Das führt zu einem unliebsamen „Leichentourismus“ in unsere wunderschöne fränkische Heimat, was mit Sicherheit keine Werbung für den Fremdenverkehr ist. Die Ansiedlung umweltschonender Betriebe, die wirklich Arbeitsplätze schaffen, wird dadurch erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht. Ein Krematorium im größten zusammenhängenden Kirschenanbaugebiet Europas ist absolut fehl am Platz.
Eine Interessengemeinschaft zur Verhinderung der Errichtung des Krematoriums am Eingang der südlichen Fränkischen Schweiz wurde inzwischen gegründet. Diese lädt alle interessierte Bürger herzlich zum Informationsaustausch am 2. Dezember 2017 um 18:00 Uhr ein. Veranstaltungsort: Pfarrheim St. Bonifatius, Dorfhauser Straße 5, 91367 Weißenohe.
Ludwig und Marga Haas,
Weißenohe
 
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