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Partnerschaftskreis Eckental/Ambazac Drucken E-Mail

Radio Open FM Zu Gast bei „Radio Open FM“
In Ambazac produziert ein Radiosender ein reichhaltiges Programm aus der und für die Region. Auf FM/UKW sind sie vor Ort zu empfangen, per Internet weltweit über die Homepage oder Player, der von dort heruntergeladen werden kann. Das Programm wird ebenfalls über die Smartphone-App „radio.de“ als live-Stream verbreitet. Auch in Eckental gibt es einige treue Hörer. Im Sommer 2017 waren Marie-Annick Auzeméry vom Partnerschaftskreis Ambazac und Helmut Hüttenrauch Studiogäste bei einer Sendung zum 30-jährigen Partnerschaftsjubiläum. Neugierig geworden, was Joaquim, der Gründer und Leiter, und Sébastien Lecoeur, der festangestellte Redakteur, und die andern so alles machen, hat Helmut Hüttenrauch sie um ein Interview gebeten:

„Radio Open FM“ – was ist das genau?
Wir sind ein Radiosender in Ambazac, im Departement Haute-Vienne (87) und senden sieben Tage die Woche und 24 Stunden ein Programm, bestehend aus Musik, Chroniken und Broadcasts, die für alle Zielgruppen bestimmt sind, aber mit einem bedeutenden lokalen und regionalen Schwerpunkt. Dazu nutzen wir eine feste Funkfrequenz auf FM/UK und streamen parallel im Internet – da hört man uns auch in Eckental.

Im Bild: Helmut Hüttenrauch (links) zu Gast in Ambazac bei Sébastien Lecoeur im Studio von „Radio Open FM“.

War es leicht für euch, ein FM/UKW-Radio aufzubauen?
Nicht wirklich. Da braucht es eine clevere Mischung aus Arbeit, Ausdauer und Glück. In der Tat ist es ein richtiges Abenteuer. Es begann 2009 in Form eines Web-Radios. Wir nannten es damals „Webradio Berge von Ambazac“. Wir waren Computer-Enthusiasten und Radio-Fans und wollten den Menschen in der Region einfach ein privates Radioprogramm bieten. Eines Tages im Jahr 2011 wollten wir eine große Musikabendveranstaltung übertragen. Dafür genehmigte der CSA (Conseil Supérieur de l’Audiovisuel, die Genehmigungsbehörde für Radio- und TV-Programme) unserem Radio-Team eine temporäre Sendelizenz auf der Frequenz 106,4 FM. Und, extrem seltener Zufall, gerade als es an der Zeit gewesen wäre, unsere Lizenz zurückzugeben und wieder ins Internet zu gehen, wurde eine feste Radio-Frequenz in der Region Monts d’Ambazac eingerichtet. Wir bewarben uns darum und bekamen diese Frequenz zugesprochen. Und da senden wir bis heute mit „unserem Radio" auf 97,9 MHz. Kurzum, wenn wir das Glück hatten, dass eine Frequenz für unsere Gemeinde eingerichtet wurde, geschah das auch deshalb, weil wir bereit waren, auf unserer Antenne ein Programm zu senden, das sich in der Hauptsache um unsere Region dreht. Und so entstand im Jahr 2013 „Radio Open FM“, betrieben von einem gemeinnützigen Verein.

Aber lass uns über Geld reden: Wieviel kostet es, ein Radio zu betreiben?
Wenn du für ein Internet-Radio nicht notwendigerweise viel mehr Zeug als einen Computer und Mikrofone brauchst, so ist das für ein Radio auf FM/UKW bei weitem nicht dasselbe. Die Initialkosten für alle unverzichtbaren Geräte wie Mixer, Mikrofone, Computer, Broadcast-Software, Sound-Verarbeitung und eine Antenne (der Transmitter), damit das Programm „on air“ gehen kann und zu den Hörern gelangt, sind enorm. Und wir müssen bestimmte Stellen, wie beispielsweise die SACEM (ähnlich der deutschen GEMA) bezahlen, damit wir überhaupt die Musik auf unserer Antenne ausstrahlen dürfen.

Und woher bekommt ihr das Geld, um all diese Kosten zu decken?
Dazu muss man wissen, dass alle von Vereinen betriebenen „assoziativen Radios“ von einem von der FSER gewährten Zuschuss profitieren („Fond de soutien aux entreprises radiophoniques“, das ist eine staatliche Unterstützung für Radio-Unternehmen). In unserem Fall bei „Open FM“ decken wir damit die wichtigsten Kosten ab: Erwerb von Ausrüstung, Erneuerung defekter Geräte. Außerdem ermöglicht uns das, jedes Jahr einige Veranstaltungen zu organisieren, um uns bekannt zu machen und vor allem zur kulturellen Unterhaltung unserer Region beizutragen. Im Gegenzug sendet unser Radio praktisch keine Werbung, und daher erlaubt uns diese Subvention nicht, die Moderatoren zu bezahlen. Die stürzen sich zu 99 Prozent motiviert und engagiert als Freiwillige in das Abenteuer.

Und was ist mit den restlichen 1 Prozent?
Nun seit dem 1. Februar 2016 und dank einer Beihilfe, die unserem Radio vom Conseil Régional du Limousin gewährt wurde, konnten wir einen Mitarbeiter fest anstellen, unseren Sébastien Lecoeur. Er ist für die Gestaltung unseres live ausgestrahlten Morgenprogramms von Montag bis Freitag verantwortlich. Dazu macht er auch Kolumnen zu speziellen Themen und Berichte aus der Region. Das hat es uns ermöglicht, mehr Kontakte und Sichtbarkeit bei Partnern und Institutionen zu erhalten.

Wie viele Menschen arbeiten denn insgesamt für Radio Open FM?
Neben einem festangestellten Mitarbeiter besteht das „Radio Open FM“ Team aus fast zwanzig ehrenamtlichen Moderatoren oder Reportern, daneben der Vorstand Vereins „Monts d’Ambazac Productions“, der das Radio leitet. Und die sind alle auch Techniker oder Programm-Animatoren auf der Antenne. Und den Erfolg von „Radio Open FM“, den verdanken wir all den motivierten Leuten, die zum größten Teil tagsüber ihren Berufen nachgehen oder studieren, und dann in ihrer Freizeit oder am Wochenende durch ihr Programm führen.

Stammen die Programm-Macher alle aus Ambazac?
Überhaupt nicht, ganz im Gegenteil: Sie kommen auch aus den umliegenden Gemeinden wie Saint-Sulpice Laurière, Rilhac Rancon, Saint-Laurent les Églises oder sogar aus Limoges. Denn „Radio Open FM“ bleibt seinem Motto treu. Und das lautet „Das ist nicht unser Radio  – es ist dein Radio!“ Und so sind uns alle motivierten Menschen willkommen, wo immer sie auch herkommen.

Ok, ihr habt ein sehr motiviertes Team, aber was bietet ihr den Hörern?
Nun, ein sehr vielseitiges Programm, als Abbild unserer Welt sozusagen: Das Programm beginnt jeden Tag mit einem Live-Morgenprogramm von 7 bis 11 Uhr. Da bringen wir Lokalnachrichten und Wetter, das Tageshoroskop, ein Kalenderblatt, Pressespiegel, TV-Programm des Tages und Stellenangebote aus der Region. Daneben haben wir Studiogäste (zum Beispiel immer wieder Marie-Annick Auzeméry vom Partnerschaftskomitee Ambazac-Markt Eckental), Küchenchefs mit ihren aktuellen Speisekarten und Rezepten, Immobilienangebote, Polizeiberichte, Mode oder Umweltthemen.
Über den Tag hinweg kommen dann die anderen Moderatoren und machen ihre Sendung zu Themen, die ihnen am Herzen liegen: Entdeckung neuer Künstler, literarische Favoriten, Medien-Nachrichten, elektronische Musik, sanfte Medizin, Hellsehen, Sport, portugiesische Musik, oder wir lassen Kinder zu Wort kommen und die Menschen, die unsere Region bewegen. Der Leitgedanke von „Radio Open FM“ ist und bleibt, den Reichtum unserer Region und unserer Kommunen in den Mittelpunkt zu stellen. Und das alles ganz bodenständig und mit einem Lächeln.

Wie geht es weiter, welche Pläne habt ihr als nächstes?
Wir haben immer darauf geachtet, mit unserem Radio nichts zu überstürzen, und wir wollen unseren Weg in Ruhe weitergehen. In den letzten Monaten hat das Team mit neuen Kolumnisten und Freiwilligen unser Programmangebot erweitert. Weiteres ist in Entwicklung. Dank einer Vereinbarung mit der Aufsichtsbehörde CSA konnten wir auch die Leistung unseres Senders erhöhen, sodass wir im gesamten Sendegebiet überall besser zu empfangen sind. Und schließlich der nächste große Schritt, an dem wir arbeiten: Wir möchten mit unserem Studio aus einem Privathaus in ein größeres Gebäude umziehen. Dort könnten wir mehr Besucher unterbringen und Live-Musiker auftreten lassen. Und vor allem könnten wir Sendungen und Workshops mit Kindern oder Schülern anbieten und damit unsere Leidenschaft für diese ganz eigene Radio-Welt an diejenigen weitergeben, die das Radio von morgen machen werden.
Und angesichts der Partnerschaft zwischen Ambazac und Eckental hoffen wir, den Bekanntheitsgrad von „Radio Open FM“ über unsere Grenzen hinaus zu vergrößern!

Was möchtet ihr uns zum Schluss noch sagen?
Das gesamte „Radio Open FM“-Team bedankt sich bei Helmut und den Partnerschaftskreisen in Ambazac und Markt Eckental für euer Interesse an unserem Sender. Und vor allem für die Bereitschaft, uns in eure Partnerschaftsaktivitäten einzubeziehen. Schön wäre es, eines Tage die Arbeit von Kollegen „jenseits des Rheins“ bei euch kennenzulernen. Und dann hoffen wir darauf, dass wir auf unserer Station immer zahlreicher werden. Klickt euch doch einfach rein und schreibt uns in den Chat, wenn ihr jemanden grüßen wollt, oder wie euch unser Programm gefällt! www.radioopenfm.fr
 
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