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„Late-Night-Erfolge“ von Benjamin Becker und Dustin Brown Drucken E-Mail
Von Bertram Wagner
Die Zeiger rückten schon nahe an Mitternacht heran, als Dustin Brown in der letzten Partie eines ereignisreichen Mittwoch-Spieltages die Glückwünsche von Niels Desein entgegennahm. 7:5, 6:2 – die sportliche Revanche für die bittere Vorjahres-Niederlage war geglückt. Wie stark der Nadal-Bezwinger servierte, zeigt die Tatsache, dass der Belgier nicht eine einzige Breakchance hatte.
Dass der Deutsch-Jamaikaner zu so später Stunde ran musste, lag an Benjamin Becker und Aslan Karatsev, die sich in einem „Marathon-Match“ nichts schenkten. Licht und Schatten wechselten beim Drei-Satz-Sieger Becker, der zwar 15 Asse servierte, aber auch 14 Doppelfehler produzierte. Der erfahrene Sieger hatte nicht nur beim Blick auf das Ergebnis (6:7, 7:5, 6:4) nur knapp die Nase vorne, das Verhältnis der erspielten Punkte (121:119) spricht eine deutliche Sprache und impliziert eine äußerst spannende Begegnung, die auf des Messers Schneide stand..
Auch wenn man das Attribut „vorweggenommenes Endspiel“ nicht überstrapazieren sollte, ein Viertelfinale (am Freitag) zwischen Brown und Becker verdient dies allemal!
Ansonsten kennzeichneten Überraschungen auf dem schnellen Teppichboden im House of Sports den dritten Spieltag des Hauptfeldes! Die Setzliste beim 35 000 Dollar-ATP-Turnier ist alles andere als ein Freifahrtschein. Diese bittere Erkenntnis gewannen vier Gesetzte, an der Spitze der topgesetzte Ricardas Berankis, der nach zwei Stunden offenem Schlagabtausch sich dem Italiener Federico Gaio in drei Sätzen beugen musste. Der Litauer war in guter Gesellschaft, denn auch der Türke Marsel Ilhan (Nr.3), der Slowake Lukas Lacko  (Nr.6) und der Usbeke Farrukh Dustov (Nr.8) wurden im Kampf um Punkte und Preisgeld gestoppt.
Das Favoritensterben betraf – der Spielplan wollte es so – die ersten vier Begegnungen, wobei  die Ilhan- und Lacko-Bezwinger Qualifikanten sind, die seit Samstag bereits zum fünften Mal antreten mussten. Einer der beiden Außenseiter, Ante Pavic oder Marton Fucsovics, kommt ins Halbfinale, denn die „Quali“-Sieger treffen im Viertelfinale aufeinander. Der letztgenannte Ungar bestritt sogar eine 2:20 Stunden-Partie, bewies im Tiebreak Nervenkraft und Tatendrang.
Philipp Petzschner, der vom verletzungsbedingten Rückzug Daniel Brands nicht profitieren konnte, denn auch den gegen „Lucky Looser“ Jan Hernych reichte es für den Doppelspezialisten nicht zu einem Einzelsieg. Es entwickelten sich von Anfang an ellenlange, hartumkämpfte Spiele, so war der erste Tiebreak-Durchgang erst nach 65 Minuten entschieden. Doch auch dieser Rückenwind nutzte dem Bayreuther nichts, der Osteuropäer zog in der Folgezeit dann relativ schnell und eindeutig seine Kreise. 6:2 und 6:3 – Petzschner im Einzel draußen, aber nach kurzer Verschnaufpause wieder mit Ruben Bemelmans im Doppel obenauf!


Hauptfeld 1. Runde:
Gaio (Italien) – Berankis (Nr. 1/Litauen) 3:6, 6:4, 6:3;
Basic (Bosnien-Herzegowina) – Dustov (Nr. 8/Usbekistan) 6:1, 7:6 (2);
Youzhny (Russland) – Chiudinelli (Schweiz) 6:2, 6:4;
Hernych (Tschechien)- Petzschner 6:7 (2), 6:2, 6:3.

2. Runde:
Pavic (Kroatien) – Ilhan (Nr. 3/Türkei) 6:3, 6:2;
Fucsovics (Ungarn) – Lacko (Nr.6/Slowakei) 6:1, 5:7, 7:6 (3); 
Becker (Nr.4) – Karatsev (Russland) 6:7 (3), 7:5, 6:4.
Brown (Nr. 5) – Desein (Belgien) 7:6 (5), 6:2.

Doppel-Viertelfinale:
Bemelmans/Petzschner – Dustov/Gaio 6:2, 6:4.
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 6. November 2015 )
 
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