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Gemeinde und Tuspo Heroldsberg ringen um Lösung Sowohl die alte Einfach-Turnhalle an der Schule in Heroldsberg als auch das Vereinsheim des Tuspo Heroldsberg – mit 1300 Mitgliedern größter Verein im Ort – sind völlig marode. Eine Sanierung der beiden Gebäude würde sich nicht mehr rentieren. Da die bisherigen Hallen in Heroldsberg durch Schul- und Vereinssport gut genutzt werden, wurde von einzelnen Gemeinderäten angedacht, im Falle eines Neubaus eine nur geringfügig teuerere 2-fach-Turnhalle zu errichten. Allerdings sind die Grundstücke im Umkreis der Schule rar, ein Neubau würde die Außenflächen auf dem Schulgelände unverhältmäßig verkleinern. Der Tuspo jedoch könnte auf seinem Gelände, im Eingangsbereich zwischen Gründlach und A-Platz, ein Grundstück zur Verfügung stellen. Daher wurde angeregt, eventuelle Synergieeffekte zu nutzen und bei einem Neubau beide Funktionen zu kombinieren.
Der Vereinsvorstand beauftragte einen Architekten mit der Entwurfsplanung und Kostenschätzung für zwei Varianten: 1. Funktionsgebäude; 2. Funktionsgebäude mit 2-fach-Turnhalle. Demnach würde ein Funktionsgebäude – eingeschossig, klarer Baukörper, Glas-/Holzfassade, nicht unterkellert – mit Mehrzweckraum, Büro, Umkleiden und Küche rund 1,2 Mio. Euro kosten. Wird das Gebäude um ein zweites Geschoss aufgestockt, in dem sich dann die 2-fach-Turnhalle befindet, verdreifachen sich die Kosten auf 3,6 Mio. Euro. Um Zuschüsse vom BLSV – 20 Prozent der förderfähigen Kosten – sowie ein Darlehen in Höhe von 10 Prozent zu bekommen, müsste der Verein 10 Prozent der Kosten selbst finanzieren sowie als Bauherr auftreten, die Gemeinde würde als freiwilliger Zuschussgeber fungieren. Bürgermeister Johannes Schalwig hatte gerade im Zuge der Haushaltsberatungen, in denen auch die Kosten für die Sanierung des „Weißen Schlosses“ (2,4 Mio. Euro) und die energetische und brandschutztechnische Sanierung der Mehrzweckhalle (2,4 Mio. Euro) besprochen werden, Bedenken angesichts der immensen Ausgaben. Er hatte sich daher an die Rechtsaufsichtsbehörde des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt gewandt. Diese nahm nun mit klaren Worten Stellung: „Dem Denkmalschutz kommt als Staatsziel Verfassungsrang zu, im besonderen Maße, wenn die Gemeinde Eigentümerin des Denkmals ist. Die brandschutztechnische und energetische Sanierung der bestehenden Mehrzweckhalle wird in Sachen Erforderlichkeit wohl kaum in Zweifel zu ziehen sein, da nur so die Sicherheit der Benutzer und ein dauerhaft wirtschaftlicher Betrieb gewährleistet werden können. Zudem würde die Gemeinde mit Haushaltsmitteln Fremdeigentum für einen Sportverein, nicht für alle Gemeindeeinwohner, schaffen. Wie dies mit dem haushaltsrechtlichen Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu vereinbaren wäre, ist für uns so jedenfalls keinesfall nachvollziehbar“. Einem Haushalt, in den eine Kreditaufnahme zugunsten einer freiwilligen Leistung eingestellt ist, würde die Behörde nicht zustimmen. Nichtsdestotrotz erkannte eine Mehrheit im Gemeinderat die Notwendigkeit zumindest eines neues Funktionsgebäudes für den Tuspo Heroldsberg an. Auf eine konkrete Vorgehensweise konnte man sich jedoch nicht einigen. |