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Pflanzliche Eroberer machen Sorgen |
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Das indische oder drüsige Springkraut ist eine wunderschöne Pflanze: Mit großen, rosafarbenen Blüten und einer vollen, bis zu 2 Meter hohen Erscheinung kann die „Impatiens glandulifera“ das Auge und die Bienen erfreuen. Jedoch breitet sich die vor etwa 150 Jahren aus dem Himalaya eingeführte Pflanze an Bachläufen und Auen ganz massiv aus – und verdrängt dadurch die heimische Flora. „Na und?“ könnte man fragen und auf das natürliche Überleben des Bestangepasstenden nach dem Darwin’schen Grundsatz „Survival of the Fittest“ verweisen. Doch Johannes Marabini vom Umweltamt Erlangen-Höchstadt hält dagegen: „Flora und Fauna bilden Lebensgemeinschaften. Verdrängt das Springkraut beispielsweise Weidengebüsch und Gehölze am Bachrand, verschwindet auch der Laubfrosch. Wuchert es zu stark, kommen die Libellen nicht mehr ans Fließgewässer, um zu jagen oder ihre Eier abzulegen.“ In den mehreren Meter breiten Beständen kommt keine andere Pflanze mehr hoch, eine Monokultur entsteht.
Zu den „invasiven Neophyten“ wird das Springkraut daher gezählt – eine nicht heimische, aber fest eingebürgerte Pflanzenart, welche sich auf Kosten anderer Organismen ausbreitet. „Wir wissen von großen Beständen bei Pettensiedel, Forth und Richtung Erlangen“, erklärt Marabini. Die Entwicklung wird vom Umweltamt beobachtet, konkrete Schritte werden jedoch noch nicht unternommen. Ein Versäumnis, wie wochenblatt-Leser Lothar Heinze meint: Er hat wuchernde Bestände auch in Stöckach und entlang der Schwabach ausgemacht und will Behörden und Mitbürger für Maßnahmen gegen das stark aussamende Gewächs gewinnen.
Ein anderer Vertreter der invasiven Neophyten macht den Behörden seit langem Sorgen: die phototoxische Herkules-Staude oder Riesenbärenklau. Kommt man bei Sonnenlicht mit ihr in Berührung, kann der Pflanzensaft Hautverbrennungen verursachen. Vor allem im Sebalder Reichswald und an Straßenrändern ist die Ausbreitung nach wie vor ein Problem. Wirksam bekämpfen kann man man die einjährige Pflanze nur, indem man sie vor ihrem ergiebigen Aussamen ausreißt und im Müll entsorgt.
Ein weiteres Sorgenkind ist die – in der wochenblatt-Region allerdings bislang wenig verbreitete – Ambrosia. „Jeder dritte Allergiker reagiert mittlerweile mit Heuschnupfen und Asthma auf ihre Pollen“, warnt die bayerische Gesundheitsstaatssekretärin Melanie Huml. Die weitere Ausbreitung der Pflanze soll möglichst unterbunden werden. Wegen der bislang kühlen Witterung steht die Hauptblütezeit der Ambrosia erst noch bevor. Zur Unterstützung der Eindämmungsmaßnahmen wird nun dazu aufgerufen, größere Bestände bei der örtlich zuständigen Kreisverwaltungsbehörde zu melden (ERH Tel. 09193-20585, FO Tel. 09191-864300). Einzelpflanzen und kleine Bestände im Garten (unter 100 Pflanzen) sollte jeder möglichst vor der Blüte mit der Wurzel ausreißen und im Restmüll entsorgen. Blühende Pflanzen sollte man mit Handschuhen und Mundschutz ausreißen und in einer Plastiktüte in den Restmüll geben. www.stmug.bayern.de |
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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 15. September 2010 )
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