Home arrow Leser–Service arrow Der Gloss'n Hans
Dienstag, 19. September 2017
 
 
 
Home
Leser–Service
Anzeigen-Service
fifi - der Firmenfinder
Kontakt
Suche
Impressum
Lesezeichen setzen!
 
 
Private Kleinanzeigen
… aufgeben
… lesen
 
 
Das wochenblatt zwitschert jetzt mit!
 
 
Der Gloss'n Hans
Unfair eingeseift

Sie wer’n lachen, aber wenn jemand eine Reise tut, kann er nicht nur was erzählen. Sondern auch was erleben. Und sich Gedanken machen.
Wenn an Autobahnraststätten 130 Mio. Benutzer pro Jahr je 70 Cent Eintritt für die Sanitäranlagen bezahlen, ergibt das insgesamt 91 Mio. Euro, von denen 26 Mio. beim Betreiber verbleiben und 65 Mio. als Wertgutschein in der Gaststätte eingelöst werden können. Allerdings wird jeder fünfte Bon nicht eingelöst, was 13 Mio. Euro zusätzlich für die Betreiber ergibt.
„Wenn’s dafür schön und sauber ist, zahl ich die 20 Cent gern“ sagen manche Leute. Ich aber frage, warum Großtankstellen und Großgastronomen nicht ohne Zusatzgebühren für Sauberkeit sorgen können, so wie jedes Wirtshaus auch. Wenn man keine 70 Cent zur Hand hat und auf einem eingezäunten Areal an der Autobahn keinen Platz für Notdurft findet, kann man das auch als Nötigung empfinden.
Das Unternehmen Tank & Rast wurde 1994 aus West- und Ostdeutschen Staatsunternehmen gegründet, 1998 privatisiert und 2015 von Investoren aus Deutschland, Abu Dhabi und China erworben. Seit 2003 hat man Sanifair und Serways als neue, anscheinend lukrative Sanitärkonzepte eingeführt.
Völlig kostenlos wurde dagegen ein Urlaubsreisender in Frankreich eingeseift: Er wollte sich am Hightechwaschbecken nur das Gesicht erfrischen. Der fotosensorisch gesteuerte Seifenspender entschied aber, dass der Hinterkopf eingeseift werden soll. Und dann: Trocknen Sie mal den nassen Kopf an einer „Dyson Airblade“ Luftdüse! Da hätte er dann gerne 20 Cent bezahlt für ein Papiertrockentuch…
Ihr Gloss‘n Hans

 
On my way to Eckenhaid
Sie wer’n lachen, aber Reisen bildet auch nicht mehr so wie früher. Man kommt mit Deutsch und etwas Englisch zurecht, ohne neue Fremdsprachenkenntnisse (außer vielleicht bei unseren französischen Freunden), und modern globale Grundnahrungsmittel wie Pommes und Pizza gibt’s überall auf der Welt.
Ins Nachdenken kommt man höchstens, wenn man von gut ausgebauten, aber mit teurer Maut belegten Auslands-Autobahnen auf die bundesdeutschen Buckelpisten zurückkommt. Da herrschen gerade im Westen unseres Landes, das doch die Autobahn „erfunden“ hat, bedenkliche Zustände. Dabei wird bei uns kräftig erweitert und saniert: Auf den Autobahn-Baustellen rund um Nürnberg begrüßt uns Heimkehrer eine derart beeindruckende Parade nagelneuer Großtraktoren, dass unseren verbleibenden, kleinstrukturierten Landwirten die Augen tränen.
Daheim im wochenblatt-Land scheint derweil die Weltleitmesse der Baustellenbeschilderungsbranche stattzufinden. Wohin man kommt (oder auch nicht): abgesperrt und umgeleitet! Unterlindelbach, Mausgesees, Heroldsberger Hauptstraße… und Eckenhaid wurde fast zur verkehrsberuhigten Fußgängerzone.
Bei allem Unmut über Umleitungen muss man anerkennen, dass sich die Behörden bemühen, die Arbeiten während der Ferienwochen zu erledigen. Während wir uns im Verkehrsgewirr von Paris, Rom, Lissabon oder Singapur prima zurechtfinden, bringen osteuropäische Bauarbeiter die Infrastruktur in der Heimat auf Vordermann. Wer dageblieben ist, verfährt sich währenddessen in und um Eckenhaid. Willkommen daheim,
Ihr Gloss’n Hans
 
 
 
Das aktuelle Heft zum online-Blättern
 
 
Der Gloss'n Hans macht sich Gedanken
 
 

fifi findet
fifi - der pfiffige
Firmenfinder

 
 
Leserfotos

Leserfoto