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Der Gloss'n Hans
Stammtisch-Algorithmus

Sie wer’n lachen, aber ich hab gelesen, dass Walter Kohl 2008 ein Telegramm gekriegt hat. Vor nicht mal 10 Jahren! Die Söhne vom Kohl’s Helmut hätten so von der zweiten Heirat ihres Vaters erfahren, hieß es.

Aber WhatsApp wurde ja erst 2009 gegründet – und 2014 von Facebook geschluckt. Dieses Unternehmen verkündet stolz, dass 30 Mio. Deutsche jeden Monat auf seiner Plattform aktiv sind.
Ich kenne aber viele, bei denen dieses „aktiv“ relativ ist – eigentlich sehr passiv. Die werden da alle mitgezählt. Ob die Kontakte vom Zuckerberg’s Mark wirklich so wertvoll sind?
Facebook ist halt praktisch. Das wissen auch russische Nutzer: Die haben die im Baltikum stationierten deutschen Bundeswehrsoldaten mit Fake News bei der Bevölkerung als Verbrecherbande diffamiert und Ängste geschürt. Und möglicherweise in Amerika einem Präsidenten ins Amt geholfen, der sich wie ein asozialer Idiot benimmt.

Bei Facebook und Google werden die informellen Verknüpfungen von geheimnisvollen Algorithmen bestimmt, wodurch soziale Gruppen informationstechnisch im eigenen Meinungssaft schmoren. Wie beim Stammtisch, da kommen auch immer die gleichen zusammen. Aber nicht mit Algorithmus, sondern im Alko-Rhythmus: Ab dem zweiten Bier wird der Blick auf die Welt immer klarer, und spätestens beim sechsten erkennt man die Verschwörungen, die das Universum bedrohen.
Vom ORF gibt es jetzt einen interaktiven Online-Baukasten, in dem man selber Verschwörungstheorien zusammenbauen kann (www.dieweltherrschaft.net), da bleibt einem dann wenigstens der Kater erspart.
Ihr Gloss’n Hans

 
Kerwa ist wie Weihnachten
Sie wer’n lachen, aber in Nürnberg-Laufamholz ist es schon so weit. Dort stellen die Kärwaburschen einen Kunststoffbaum auf, statt einer extra zuvor gefällten Fichte. Ausgerechnet dort, wo der Staatsforst seit ein paar Wochen sein echtes, ursprüngliches Wildbret direkt zum Kauf anbietet, stellt man um von Wald- auf Industrieproduktion. Das Ding ist „derzeit Bayernweit der einzige Kirchweih-Baum, der nicht aus Echtholz besteht. Durch das neu verwendete Aluminium-Kunststoff-Gemisch ist das traditionelle Baumaufstellen sicherer als je zuvor verkünden die Veranstalter.

Da treffen Weltanschauungen aufeinander, wie beim Christbaum: Traditionalisten wollen alle 12 Monate einen neuen Baum austrocknen lassen und keinesfalls auf Thermoplaste umsteigen. Pragmatiker dagegen genießen jahrzehntelang die immer gleiche, immergrüne PVC-Tanne, ohne Harz und Nadeln. Ganz nebenbei: Im  letzten Jahrhundert gab’s in Röthenbach bei Lauf eine Vydra Christbaumfabrik die künstliche Christbäume meist in Heimarbeit herstellte.

Ob sich jemals Kerwaburschen im wochenblatt-Land so einen künstlichen Baum bestellen? Ideal wäre ja einer, den man zur Kerwa hochkurbelt, wie früher die Wohnzimmertische, und hinterher wieder zurückkurbelt in sein Loch.
Sicherer wär’s auch. Die Besucher werden ja ansonsten in allen Bereichen allerstrengstens geschützt mit Rauchverbot, Spezialschläuchen, Zeltbuch, Spuckschutz, Kühl- und Handwaschvorschriften. So kann man sich dann kerngesund und pudelwohl behütet vom Kirchweihbaum erschlagen lassen. Viel Spaß auf der Kirchweih!
 Ihr Gloss’n Hans

 
 
 
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