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Der Gloss'n Hans
Über „gute“ Arbeit
Sie wer’n lachen, aber falsche „Gänsefüßchen“ sind nicht lustig. Sorgfältig und bewusst gestaltet wird das richtige Anführungszeichen im Deutschen anfangs unten gesetzt (wie eine kleine 99) und am Ende oben (wie eine kleine 66), also „“. Auch im Englischen und Amerikanischen sehen sie so aus, allerdings immer oben und andersrum, nämlich 66 und 99. Im Französischen zeigt ein Doppelpfeilchen auf halber Höhe nach außen («»). Das gleiche Zeichen verwendet man auch im Deutschen, jedoch nach innen (»«).

Immer öfter begegnet uns aber das Zeichen für Zoll (˝), weil es sich auf Tastaturen vor- oder aufdrängt. Sogar auf Medikamentenpackungen prangen groß stümperhaft gesetzte Angaben, wenn Dilettanten am Werk waren. Das ist schade, denn seit Gutenberg (und schon viel früher) machen sich Leute über Schriftgestaltung und Satzzeichen Gedanken und das Kulturgut Schrift hat durchaus seinen Sinn.

Apropos Sinn: Sinngemäß kennzeichnen Anführungszeichen eine wörtliche Rede, ein Zitat, einen Titel oder auch eine ironische Distanzierung, die den Sinn ins Gegenteil umkehrt. Wer „gute“ Freunde begrüßt, dem geht die Bagage auf die Nerven, und wer „tolle“ Angebote hat, preist Törichtes oder Mäßiges an.

Bin ich da ein „Besserwisser“? Ja, weil ich weiß es ja besser und meine, vor allem „Profis“ sollten auf so was achten. Nicht in jeder WhatsApp-Nachricht, aber doch in gesetzten Werken. Wem das egal ist, der wird auch einverstanden sein, wenn ein Handwerker einen Nagel mit dem Schraubendreher in die Wand haut und das für gute Arbeit hält. Ausnahmsweise kniefieslig:

Ihr Gloss’n Hans


 
A g’sund’s Neues
Sie wer’n lachen, aber fast hätte ich mir fürs neue Jahr vorgenommen, mich nicht mehr aufzuregen. Aber dann las ich die Kolumne vom Martenstein’s Harald in einem anderen Wochenmagazin (nicht im wochenblatt-Land, sondern aus Hamburg). Der berühmte Kollege hat ein Thema aufgegriffen, das mir schon vor Weihnachten auf den Magen schlug.

In einer norddeutschen Kleinstadt habe er viele leer stehende Läden bemerkt. Der ansonsten hübsche Ort sei keineswegs arm, aber durch leere, teils mit Sperrholz verkleidete Schaufenster hätten einige Ecken fast ausgesehen wie die total abgefuckte Ex-Autometropole Detroit.

Allerdings habe er auch dieses Jahr wieder die meisten Weihnachtsgeschenke im Internet bestellt. Betroffen und mit schlechtem Gewissen erläutert er die Gründe, warum so viele (und auch er) die Verödung der Innenstädte in Kauf nehmen. Im Grunde lasse sich das auf Bequemlichkeit und Egoismus im menschlichen Wesen reduzieren.

Die Stadtplaner müssten sich dann halt was einfallen lassen für die leeren Läden, in Detroit zum Beispiel, kaufe ein Berliner Unternehmer die Ruinen und mache Party-Locations daraus.
Gute Vorsätze hin oder her – da habe ich mich dann doch aufgeregt. Wenn’s eh egal ist, dann pfeifen wir auf die Folgen unseres Handelns: Lasst uns veröden und verwüsten, solange wir noch was zum Veröden und Verwüsten haben. Auf den abgefuckten Ruinen bauen wir der Dummheit ein Denkmal und können darauf dann Party feiern.

Tut mir leid, ich hätte mir auch einen positiver gestimmten Auftakt gewünscht. Trotzdem ein gutes neues Jahr wünscht…

Ihr Gloss’n Hans

 
 
 
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